Biff Rose

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crossroads:
Ironie, Satire
genre(subgenre):
Musik (Boogie-Woogie, Broadway Musical, Rap, Vaudeville)
region:
America, North
country/territory:
United States of America
created on:
August 23, 2007
last changed on:
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Biff Rose

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Nicht hip – nicht Hippie: Biff Rose

Lange war es still um Biff Rose. Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war der Singer-Songwriter mit der hohen Stimme Teil der Hippie-Szene. Mit seinen satirischen Texten – Anfangs banjo- später klavierbegleitet – errang er zeitweilig beachtliche Erfolge. David Bowie, John Denver und Pat Boone coverten seine Songs, Bruce Springsteen spielte in seinem Vorprogramm. Doch der große Durchbruch gelang nie. Vielleicht war sein schräger Humor nicht massentauglich.
Mit dem programmatischen Album „Bone again“ (vermutlich unter anderem mit Anspielung auf George W. Bushs „Born again“-Erfahrung) meldete er sich 1996 nach zwanzig Jahren zurück und dies kontroverser als je zuvor. Politische Korrektheit ist seine Sache nicht. Vor seinen Wortspielen ist niemand sicher, weder Juden, Araber, Schwarze, Mormonen, Nazis oder Russen. In Biff Roses Texten herrscht fast vorbildlicher Meinungspluralismus. Manche sehen das anders: das trug ihm gelegentlich Vorwürfe ein, er sei Antisemit und Rassist.

Vor allem ist er Meister des anzüglichen Witzes und der grenzwertigen Wortspiele. Sein bislang letztes Album (2004) heißt leicht verfremdet, aber deutlich politisch inkorrekt „The Knight Wigguh and the Nippie Higger". Hier finden sich Textzeilen wie: „We don’t want black people being Muslim, we want ’em loving Jesus. So they can yell and scream in church on Sunday, sober up with me on Monday. Them from bloody Jesus, me from Bloody Mary.“ Er singt von Isidore, dem ersten jüdischen Hurrikan, dem „Nazi Liebeslied Lili Marlene“ und von „...my girlfriend Boo dancing at the Gaza Strip“. Weniger kontrovers sind seine John Lennon-Parodie: „And Mother Mammy comes to me, whispering words of wisdom ‚Get it be’“ oder die verfremdeten Rap-Zeilen der Fugees „It’s electric dot com ... dot com ... ready or not here I dot com“. (Das Original stammt von den Delfonics, auch die Jackson Five lieferten eine Interpretation).

Wie alles anfing: Mitte der sechziger Jahre zog der in New Orleans geborene Biff Rose als Banjo spielender Stegreifkomiker durch New Yorker Cafés. 1965 adelte ihn das Time Magazine mit einem Artikel. Anschließend siedelte er nach Hollywood über, wo er als Gagschreiber für Fernsehshows arbeitete. Doch bald kehrte er zurück zum Songschreiben. 1968 erschien das Album „Biff Rose is the Thorn in Mrs. Rose’s Side“.

Auf vielen seiner früheren Titel begleitet Rose sich auf dem Piano, aber auch orchestrierte Stücke mit Streichersätzen, Bläsern und Schlagzeug sind zu hören. Sein Klavierspiel wird weitgehend als „Old World“-Stil beschrieben. Er erinnert an Boogie-Woogie, alte Hollywoodfilme, Broadway Musicals, Musik, wie sie in den Vaudeville-Theatern der dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts gespielt wurde. Auf den neueren Alben weitet er seinen Musikstil aus, verwendet Rap-Elemente, persifliert Randy Newman und Bob Dylan.

Richie Underberger schreibt im All Music Guide: „Musikalisch war Biff Rose fest in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg verankert. Mit seinem unbeschwerten Klavierspiel und seinen hüpfenden Singsang-Melodien klang er wie ein alter Broadway Musiker. Er präsentierte seine Stücke mit einer weinerlichen Stimme, die leicht das Bild Zigarren rauchender Plattenbosse der Tin Pan Alley evoziert, wie sie ihm sagten: ,Hör mal zu Junge, wir mögen deine Musik. Aber du bleibst besser beim Schreiben, wir finden jemand anders, der sie singt.’ Textlich ist es eine andere Sache. Er hatte diesen verschmitzten und neckischen Ton, der die Gegenkultur gleichzeitig reflektierte und verspottete ... Dabei waren seine Worte zu abseitig, um am Broadway oder am easy-listening Popmarkt akzeptiert zu werden.“
Author: Harald Olkus

Works

A Portrait of Biff Rose

Published Audio,
2005
Cherry Red (rough trade)

Thorn in Mrs. Rose´s Side/Children of Light

Published Audio,
2005
Water

Fill Your Heart With Biff Rose

Published Audio,
2005
RPM RECORDS

Singles

Published Audio
What´s Gnawing At Me/Molly (1968) Buzz the Fuzz/Gentle People (1968) Take Care of My Brother/Myrtle´s Pies (1969) I Forgot to Tell You/The Captain (1970) Rudolph (1971) Garbage/Lord I Done Bumped Into You (1972)

LPs

Published Audio
Biff, Cliff, and Warren (1961) Banjo and Ballyhoo (1963) The Thorn in Mrs. Rose´s Side (1968) Children of Light (1969) Biff Rose (1970) Half Live at the Bitter End (1971) Uncle Jesus, Aunty Christ (1972) Hamburger Blues (1974) Roast Beef (1978) Thee Messiah Album/Live at Gatsby´s (1979) Bone Again (1996) The Elizabethan Period (2000) E-Stir Parade (2003) Live At The Earl Of Oldtown (2003) The Knight Wigguh and the Nippie Higger (2004)

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

New York

Exhibition, Film Programme, Music, Conferences

(23 August 07 - 04 November 07)