Witi Ihimaera

Article Works
crossroads:
Aborigines, Realismus
genre(subgenre):
Geschriebenes & gesprochenes Wort (allgemein)
region:
Australia and New Zealand
country/territory:
New Zealand
created on:
June 17, 2005
last changed on:
Please note: This page has not been updated since November 14, 2005. We decided to keep it online because we think the information is still valuable.
Other languages:

Article

Witi Ihimaera wurde 1944 in Gisborne, Neuseeland, geboren. Er gehört zum Volk der Maori, den neuseeländischen Ureinwohnern, und gilt als eine ihrer wichtigsten Stimmen. Vor seiner Karriere als Schriftsteller arbeitete Ihimaera als Journalist, und er schloss 1971 an der Victoria University in Wellington ein Anglistikstudium ab. Der Erfolg seines ersten Romans verschaffte ihm 1973 einen Posten im Außenministerium, für das er bis 1990 als Autor, Diplomat und Konsul in Neuseeland, Canberra, New York und Washington tätig war.
Abgesehen von einem Aufenthalt als Katherine-Mansfield-Fellow 1993 in Menton, Frankreich, lehrt er seit 1990 an der University of Auckland Creative Writing sowie Anglistik mit der Spezialisierung auf die Literatur Neuseelands und des südpazifischen Raums. Ihimaera war der erste Maori-Schriftsteller, dessen Arbeiten veröffentlicht und so Lesern anderer Kulturen zugänglich gemacht wurden.

Gleich sein 1972 erschienenes Kurzgeschichten-Debüt „Pounamu, Pounamu“ gewährt einen Einblick in das Leben der Maori. Dabei ist es die „emotionale Landschaft“ seines Volkes, auf die es ihm in seinen Anfangswerken, wie dem ersten Roman „Tangi“ (1973), zunächst ankommt. Ihimaera versteht sich als Mittler zwischen den Kulturen der Maori und der Pakeha, den europäischstämmigen Neuseeländern. Dazu verarbeitet er mündlich tradierte Erzählungen und Mythen der Ureinwohner in seinen englischsprachigen Texten, in die Maori-Begriffe organisch einfließen und ihnen eine eigentümliche Schönheit verleihen. Seine Erzählweise ist „schlicht und geradlinig, seine Geschichten sind schnörkellos realistisch“, wie Georg Sütterlin schreibt. Es ist die konfliktreiche politische und soziale Realität der neuseeländischen Gesellschaft, die Ihimaera vor allem in den Romanen ab 1986 thematisiert. Sein beliebtester, von den Maori meist akzeptierter Roman stammt aus dieser Zeit: „The Whale Rider“ (1987), dessen Verfilmung (2003) internationale Preise erhielt. Er erzählt die märchenhafte Geschichte des Mädchens Kahutia Te Rangi, die durch ihre Freundschaft mit einem Wal die Verbindung ihres Stammes zu seinen Ahnen wiederherstellt und ihn so vor dem Auseinanderbrechen in der modernen Welt bewahrt.

Für viele seiner Romane und Erzählungen wurde Ihimaera mit dem James-Wattie/Montana-Buchpreis, dem wichtigsten Literaturpreis Neuseelands, ausgezeichnet. Neben seinen literarischen Arbeiten ist er Herausgeber zahlreicher Anthologien, Autor mehrerer Opernlibretti und des Theaterstücks „Woman Far Walking“ (2000). Im September 2003 wird sein neuer Roman „Sky Dancer“ erscheinen. Dem deutschen Leser bietet der Erzählband „Aroha. Maori-Geschichten aus dem Jadeland“ (1999) einen Querschnitt durch Ihimaeras erzählerisches Schaffen. © Ute Stollreiter
Author: Internationales Literaturfestival Berlin (ilb)

Works

Whalerider

Published Written,
2003
Rowohlt: Reinbek

Aroha

Published Written,
1999
Edition Isele: Eggingen

Für englischsprachige Titel siehe englische Textversion

Published Written