Richard Bona

Article Bio Works Projects
genre(subgenre):
Musik (Jazz)
instruments:
Bass, Gitarre
region:
Africa, Central, America, North, Europe, Western
country/territory:
Cameroon, United States of America, France
city:
Douala, New York, Paris
created on:
May 16, 2003
last changed on:
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Richard Bona
Richard Bona

Article

Richard Bona: Scenes from his life

Der 1967 in Kamerun geborene Sänger, Multi-Instrumentalist und Bassist Richard Bona ist einer der gefragtesten Musiker des Jazz und der Weltmusik. Kaum war er 1989 in Paris angekommen, spielte er mit seinem Landsmann Manu Dibango und mit Salif Keita (Senegal) sowie der Crème des französischen Jazz wie Didier Lockwood und Marc Ducret. Seit er 1995 nach New York übergesiedelt ist, hat er zwei hoch gelobte eigene Alben herausgebracht und mit amerikanischen Jazzgrößen wie Joe Zawinul, Michael Brecker und Larry Coryell, aber auch mit Chaka Kahn zusammengearbeitet. Richard Bona singt in seiner Landessprache Douala und lebt in Downtown Manhattan.
Spielen. So oft wie möglich, mit so vielen wie möglich, in allen möglichen Stilrichtungen. Das war seine Methode zu lernen, sich weiterzubilden. Zu Hause, in Kamerun, in dem kleinen Dorf Minta, hat er schon im Alter von fünf Jahren im Kirchenchor gesungen. Sein Talent spricht sich herum, und bald ist der junge Sänger sehr gefragt bei Taufen oder Hochzeiten in der Dorfkirche. Musikinstrumente sind knapp in Minta, und so baut er sich seine eigenen. Holzflöten, Schlaginstrumente und sogar eine 12-saitige Gitarre. Später hat er dann auch Glück - er trifft die richtigen Menschen zum rechten Zeitpunkt.
1980 macht ein Franzose in Douala, wohin die Familie inzwischen gezogen ist, einen Jazz-Club auf. Er bittet Richard, für den Club eine Band zusammenzustellen, und stellt ihm seine umfangreiche Jazzplatten-Sammlung zur Verfügung. Als Richard zum ersten Mal den berühmten Sound der Bass-Guitarre von Jaco Pastorius hört, entdeckt er seine Leidenschaft für dieses Instrument. Die nächste Station ist Paris. 1989 bricht Richard in die französische Hauptstadt auf - er ist 22 Jahre alt. Wo immer er die Gelegenheit gehabt habe, sei er auf die Bühne gegangen, sagte Richard Bona 1999 in einem Interview mit "Le Monde". Er frequentiert das "Baiser salé" oder das "Sunset", den Bass hat er immer dabei. Manu Dibango und Salif Keita engagieren ihn. Innerhalb kürzester Zeit arbeitet er mit führenden französischen Musikern wie Didier Lockwood oder Marc Ducret, mit dem Pianisten Jean-Michel Pilc wird er später seine eigene Band gründen.

Und dann? New York, natürlich! Auf Einladung der amerikanischen Flötistin Colette Michaan besucht Richard New York, um dann 1995 endgültig dorthin zu ziehen. Er spielt mit Larry Coryell, Michael Brecker und Steve Gadd. In einem der vielen New Yorker Clubs hört ihn Jake Holmes, der für Harry Belafonte Texte schreibt - wenig später wird er Leiter von Belafontes Orchester. 1998 nimmt ihn die "Columbia" unter Vertrag und Richard produziert sein Debut-Album: "Scenes of my life". Es wird - wie kann es anders sein - ein großer Erfolg. Bona singt in seiner Muttersprache, Douala, und spielt dazu auf der Gitarre. Seine Texte schildern Jugenderinnerungen, Begegnungen, prägende Erlebnisse. Muna Nyuwe etwa, erzählt von einem Waisenkind: "Ich lief in Rumänien durch die Straßen. Es war kalt. Ich sah diesen Jungen, und man sagte mir, er sei ein Waisenkind. Er war nicht älter als drei oder vier Jahre, fast nackt, er zitterte."

Bis er 2001 sein neues Album "Reverence" herausbringt, lässt sich Richard Bona etwas Zeit. Auch hier begleitet sich der Kameruner Troubadour mit dem engelsgleichen Falsett auf der akustischen Gitarre, dem Bass, Keyboards und Perkussion. Die Arrangements reichen von ergreifend einfach wie im ersten Track "Invocation" bis zu mitreißenden Orchesterballaden wie "Sunninga". Sein neues Album klingt härter als "Scenes of my Life". Bonas Register umfasst auf "Reverence" zarte Balladen wie bei "Invocation", ein gefühlvolles Duett mit dem kubanischen Pianisten Edsel Gomez bei "Esoka", aber auch groovenden Funk wie in "Ngad´a Ndutu (Witwentanz)", wo sich Bonas Bass à la Jaco Pastorius mit dem Tenorsaxofon Michael Breckers und Drummer Vinnie Colaiuta gegenseitig antreiben. Dazu gibt es, für einen New Yorker fast obligatorisch, salsafizierte Perlen wie "Ekwa Mwato" und mit "Mbanga Kumba" auch einen richtigen Fusionknaller.

Wenn Richard Bona nicht gerade mit Joe Zawinul, Michael Brecker, Larry Coryell, Chaka Kahn oder Queen Latifah auf Tournee ist, tritt er in den Clubs "Izzy Bar" und "Zinc Bar" in Downtown Manhattan auf.


Veranstaltungen im HKW:
Samstag, 11. März 2000
Richard Bona, Kamerun/New York
Duala meets Jazz
Veranstalter: Haus der Kulturen der Welt


Sonntag, 15. Juli 2001
Jazz Across the Border
Richard Bona Band (New York)

Die beteiligten Musiker:
Richard Bona - electric bass, guitar, vocals
Etienne Stadwijck - keyboards
Oz Noy - guitar
Aaron Heick - saxophones
Stefan Vera - drums
Urbano Sanchez - percussion

Veranstalter: Haus der Kulturen der Welt

Bio

Richard Bona wurde 1967 in dem kleinen Dorf Minta im Osten Kameruns in eine musikalische Familie hineingeboren. Sein Großvater war Sänger und Musiker. Schon mit fünf Jahren sang Richard mit seiner Mutter und vier Schwestern im Kirchenchor. Da es in Minta keine Instrumente zu kaufen gab, fertigte er sie sich selbst. So baute er sich nicht nur Holzflöten oder Trommeln, sondern sogar eine zwölfsaitige Gitarre. Die Wende in seinem Leben kam 1980, als ein Franzose in Douala, wo Richard Bonas Familie in der Zwischenzeit hingezogen war, einen Jazzclub aufmachte, Richard engagierte und ihm 400 bis 500 Jazzplatten als Beispiele zum Anhören zur Verfügung stellte.
Wie der Zufall es wollte, war die erste Platte, die Richard Bona herauszog, das Album "Weather Report" der gleichnamigen Gruppe. Bona war so begeistert von dem Bassisten Jaco Pastorius, dass er selbst dieses Instrument zu erlernen begann. 1989 kam er nach Paris und begann bald, mit Manu Dibango, Salif Keita, Didier Lockwood u.a. zusammen zu spielen. Sieben Jahre später zieht er nach New York. Er ist er anderthalb Jahre musikalischer Leiter der "Harry Belafonte-Band" und spielt mit vielen Jazz- und Weltmusikgrößen, u.a. mit Joe Zawinul, Michael Brecker, Larry Coryell, Chaka Kahn oder Queen Latifah zusammen. 1999 kommt sein erstes Soloalbum "Scenes from my Life" heraus, dem 2001 "Reverence" folgt. Richard Bona lebt mit seinem Sohn Leo in Manhattan, während seine zwölfjährige Tochter bei seiner Schwester in Paris wohnt.

Works

Bona Makes You Sweat - Live

Published Audio,
2008

Tiki

Published Audio,
2005

Munia

Published Audio,
2003

Reverence

Published Audio,
2001

Scenes from my Life

Published Audio,
1999

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

Jazz across the border

(21 June 91 - 15 July 01)