Ahmad Schamlu

Article Works
crossroads:
Alltag, Demokratie, Exil, Zensur
genre(subgenre):
Film (Dokumentarfilm)
Geschriebenes & gesprochenes Wort (Übersetzung, Gedicht, Kurzgeschichte, Märchen)
region:
Middle East
country/territory:
Iran (Islamic Republic of)
created on:
June 22, 2003
last changed on:
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Ahmad Schamlu wurde 1925 in Teheran geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Lyriker Irans und veröffentlichte mehr als dreißig Gedichtbände. Schamlu war Gründer und Herausgeber verschiedener Literatur- und Kulturzeitschriften. Darüber hinaus schrieb er Kurzgeschichten und Märchen, verfasste wissenschaftliche Studien über altpersische Themen und war als Übersetzer tätig (u.a. Gedichte von Majakowski, Rilke und Lorca). Als früher Gegner des Schah-Regimes bekam er wiederholt Publikationsverbot und wurde mehrfach inhaftiert. Aus Protest gegen polizeistaatliche Aktionen verließ Schamlu 1976 den Iran und lebte bis zur Islamischen Revolution 1979 im Exil. Nach seiner Rückkehr in den Iran blieb Schamlu in kritischer Distanz zu den neuen Machthabern und lebte zurückgezogen im Elburs-Gebirge westlich von Teheran.
In den Jahren 1968 bis 1971 produzierte Schamlu im Auftrag des iranischen Fernsehens Filme über die traditionellen Lebensgewohnheiten in den iranischen Provinzen. Ein Großteil seiner TV-Produktionen wurde zensiert. Unter seinen wissenschaftlichen Arbeiten verdient das sozial-enzyklopädische Kulturpanorama („Ketab-e Kutscheh“ / „Buch der kleinen Gasse“) besondere Beachtung. Das„Ketab-e Kutscheh“ umfasst ca. fünfzehn Bände. Aufgrund seiner Arbeiten an diesem Werk wurde Schamlu 1969 zum Mitglied der Iranischen Akademie für Sprache ernannt. 1972 wurde er als Dozent für persische Sprache an die Technische Universität Teheran berufen.

Schamlu gilt als Wegbereiter einer neuen zeitgenössischen iranischen Lyrik. Er selbst sah sich als Nachfolger Mima Juschidschs (1895 -1960), der das persische Gedicht revolutionierte, indem er es von formalen metrischen „Fesseln“ befreite und es den iranischen Alltag spiegeln ließ. Diesen Weg setzte Schamlu fort, indem er schon Anfang der fünfziger Jahre von der Notwendigkeit sprach, nicht das banalste Wort zu scheuen. In seiner Dichtung verwendete er Begriffe der Alltags- und Kindersprache, der Straße und des Dialekts.

Später lebte Schamlu zurückgezogen in Karadj am Elburs-Gebirge westlich Teherans, wo er im Sommer 2000 verstarb.









Author: Haus der Kulturen der Welt

Works

Blaues Lied

Published Written,
2002
Gedichte. Engeler: Basel