Georgina Beier

Article Works Projects
genre(subgenre):
Bildende Kunst (Bildhauerei, Malerei, Wandbild)
Design & Kunstgewerbe (Schmuck)
region:
Europe, Western, Africa, Western, Melanesia, Australia and New Zealand
country/territory:
England (UK), Nigeria, Papua New Guinea, Australia
created on:
July 14, 2003
last changed on:
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Kreativität ermöglichen

Georgina Beier wurde 1936 in London geboren, verließ Großbritannien in den späten fünfziger Jahren und zog nach Nigeria. 1963 initiierte sie den jährlichen Mbari Mbayo Workshop für Malerei und Druckgrafik in Oshogbo, den sie auch leitete. Beier arbeitet in allen Medien, ist aber in Nigeria wie auch in Neuguinea hauptsächlich als Malerin und Wandmalerin bekannt. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch einfache, comichafte Kompositionen und ein buntes und fröhliches Farbenschema aus. Sie lebt und arbeitet in Sydney, Australien.
Georgina Beier studierte zwei Jahre Kunst, bevor sie in den späten fünfziger Jahren Großbritannien verließ und nach Nigeria ging. Anfang der sechziger Jahre zog sie dort nach Ibadan und 1963 nach Oshogbo, wo sie den jährlichen Mbari Mbayo Workshop für Malerei und Druckgrafik initiierte und leitete. Der Workshop war im Haus der Beiers untergebracht (ihr Mann ist der deutsche Wissenschaftler Ulli Beier). Nachdem sie Nigeria im Jahr 1966 verließen, zog die österreichische Künstlerin Susanne Wenger in das Haus.

Beiers Druckgrafiken aus dieser Zeit, wie die Arbeiten “Maskierter Reiter II” und “Gelede I” (beide 1966), sind kraftvolle Kompositionen weniger Figuren, die vor einem weitgehend abstrakten und roh gemusterten Hintergrund angeordnet sind, mit weißen Linien auf schwarzem Grund gedruckt. Die Grafiken vereinen auf eindrucksvolle und originelle Weise Einflüsse expressionistischer Holzschnitte der zwanziger Jahre mit der traditionellen afrikanischen Bilderwelt der Yoruba, wie sie in Masken, Mustern und Kleidungsstücken zu finden ist.

Beiers Wandmalereien aus der gleichen Zeit bestehen oft aus großformatigen und ausgesprochen bunten Formen und abstrakten Figuren, die gänzlich ohne Bildtiefe auf der Oberfläche erscheinen und manchmal einen freundlichen Zug ins Comichafte aufweisen.

Anfang der siebziger Jahre kehrte Beier nach Nigeria zurück und ließ sich in Ife nieder. Gegen Ende der siebziger Jahre begann sie Workshops in Papua-Neuguinea auszurichten und Wandbilder zu malen, und 1978 zog sie nach Sydney, Australien, wo sie noch heute wohnt.

Beiers Fertigkeiten in der gesamten Spannbreite der Disziplinen ermöglichte es ihr, vielen Künstlern Hilfestellung zu leisten und Ratschläge zu geben. Ihre eigene Arbeit umfasst Malerei und Skulptur, Lithografie und Serigrafien, handbedruckte Stoffe, Möbel und Schmuck sowie Mosaike und Wandmalereien. Zudem verfasste und illustrierte Beier einige Bücher und gründete das Museum für Keramik und Textilien an der Obafemi Awolowo University.

Beiers jüngere Malereien zeugen von ihrer fortlaufenden Erforschung der Möglichkeiten der Farbe, bewahren jedoch zugleich die grafische Sensibilität für Figuren und Linien. So schuf Beier Ende der achtziger Jahre einige Serien von kleinen, vielteiligen Werken, die von den spezifischen Möglichkeiten der Farbdifferenzierung von Ölfarbe auf Hartfaserplatte Gebrauch machten. Ihre jüngsten Bilder, in Emaille auf Hartfaserplatte gemalt, ähneln in ihrer lebhaften Betonung der Flachheit eher den Wandmalereien der sechziger Jahre. Sie zeigen große monochrome Farbfelder, die von abstrakten geometrischen Kompositionen und figurativen Details unterbrochen werden und von einem bildnerischen Vokabular zeugen, das sich vollständig von spezifischen Einflüssen oder Stilen befreit hat.
Author: Christian Rattemeyer

Works

Ausgewählte Gruppenausstellungen

Exhibition / Installation
2001 „Georgina Beier and Friends“, Rebecca Hossack Gallery, London, Großbritannien „The Short Century“, Haus der Kulturen der Welt, Berlin „The Short Century“, Villa Stuck, München

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

The Short Century

Independence and Liberation Movements in Africa

(18 May 01 - 29 July 01)