Louis Moholo-Moholo

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crossroads:
Apartheid, Freiheit, Rassismus
genre(subgenre):
Musik (Bebop, Crossover Jazz, Fusion-Jazz, Jazz)
region:
Europe, Western, Africa, Southern
country/territory:
England (UK), South Africa
created on:
April 3, 2009
last changed on:
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Louis Moholo-Moholo
Louis Moholo-Moholo. Promo

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Die Rhythmus-Bruderschaft

Wohl sehr zu seinem Ärger wird der Name des südafrikanischen Schlagzeugers Moholo, der sich neuerdings Moholo-Moholo nennt, für immer mit dem der legendären südafrikanischen Jazz-Band Brotherhood of Breath verbunden sein. Die Band, in den späten Sixties von in London lebenden Exil-Südafrikanern gegründet, wird für ihre einmalige Kombination gewagter Arrangements, ihre ungestüme Improvisation und ihre für die damalige Zeit radikal neuen südafrikanischen Einflüsse verehrt. Ihre aktiven Mitglieder waren das Who is Who des britischen Jazz – Harry Miller, Mongezi Feza, Dudu Pukwana, Lol Coxhill, Evan Parker, Paul Rutherford, Harry Beckett, Marc Charig, Alan Skidmore, Mike Osborne, Elton Dean, Nick Evans und John Surman. „John Lennon und auch Frank Zappa haben mal ein Interesse“ an der Zusammenarbeit mit ihm gehabt, meint Moholo-Moholo – doch „habe ich verzichtet“.
Der Pianist Chris McGregor und Moholo-Moholo entschlossen sich 1964, in der rassengemischten Band Blue Notes zusammen zu spielen – zur Zeit des Apartheid-Regimes eine riskante Entscheidung. Sie wurden verbannt und landeten 1966 in London. Die frühe Arbeit der Blue Notes war ein ziemlich traditioneller American Jazz „Post-Bop“-Stil, der den späteren Hybriden nicht andeutete. In London entwickelten sich die Blue Notes zu der legendären Band Brotherhood of Breath. Die Band nahm zwei Studio-und einige Live-Aufnahmen auf – Alben, die einen Meilenstein für das neu entwickelte Genre setzten.

Nach der vielleicht unvermeidlichen Auflösung der Partnerschaft tat sich Moholo-Moholo mit dem außergewöhnlichen Pianisten Keith Tippet und mit Harry Miller zusammen, seinem Bassisten und Bandmitglied von Brotherhood of Breath – ein gefragtes Trio als Rhythmuskombo. Außerdem machte er bei diversen Bands mit, die dem Brotherhood of Breath-Stil folgten, etwa Tippet’s Centipede, dem London Improvisers Orchestra und dem Dedication Orchestra. Letztere Band, die auch Evan Parker gefeaturet hat, widmete sich ganz dem Revival des orginalen Blue Note- und Brotherhood-Repertoires.

Erst 2005, nachdem er den Großteil seines Musikerlebens in London verbracht hatte, kehrte er nach Südafrika zurück. Hier stellte er eine neue Version des Dedication Orchestra auf, etwas schmissig Hear Our Heart’s Vibrations genannt. Er hofft, so Moholo-Moholo, mit dieser Truppe „neues Leben in den südafrikanischen Jazz zu hauchen.“

Zu seinen jüngeren Projekten zählt eine Aufnahme mit dem italienischenCanto General Orchestra, die Kompositionen aus der Brotherhood-Zeit aufnehmen, bemerkenswerterweise eine Suite der 1971er-Komposition und -Aufnahme „Septober Energy“, original für Centipede geschrieben.
Author: Martin Gordon

Works

Werke (Auswahl)

Published Audio
Foxes Fox — Naan Tso (Psi, 2004); Louis Moholo-Moholo/Evan Parker/ Pule Pheto/Gibo Pheto/Barry Guy — Bush Fire (Ogun, 1995); Cecil Taylor/Louis Moholo — Remembrance (FMP, 1988); Louis Moholo — Spirits Rejoice! (Ogun, 1978); Chris McGregor’s Brotherhood of Breath — Live at Willisau (Ogun, 1973); Mike Osborne — Outback (Turtle-FMR, 1970)

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

Lebenslinien No1: Hugh Masekela

(15 May 09 - 17 May 09)

Www

Artikel über den Künstler

Artikel aus der Mai 2005 Ausgabe von ImproJazz (Nr. 115), dem französischen Magazin improvisierter Musik