Matias Kauage

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crossroads:
Tradition, Urbanität, Vorfahren
genre(subgenre):
Bildende Kunst (Kupferstich, Malerei)
city:
Port Moresby
created on:
May 9, 2003
last changed on:
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Article

„Ich weiß nur, wie man Bilder malt!"

Der 1944 in Miugu, im Chimbu-Land Papua-Neuguineas, geborene Maler Matias Kauage gehört zu den bekannten modernen Künstlern seines Landes. In seinen Werken verschmilzt er traditionelle Formen mit den Symbolen urbaner, westlicher Kulturen. Kauages Bilder wurden u.a. in Sydney, Los Angeles, Prag, London und Berlin gezeigt. Matias Kauage lebt und arbeitet in Port Moresby, der Hauptstadt Papua-Neuguineas.
Als der Künstler Akis 1969 in der Universität von Port Moresby, der Hauptstadt Papua Neuguineas, seine erste Ausstellung eröffnete, glich das einem historischen Ereignis: Zum ersten Mal präsentierte sich hier ein Maler aus Neuguinea als freischaffender Künstler. Seine Arbeiten knüpften nicht an die Tradition seines Volkes an und sie erhoben auch nicht den Anspruch, eine rituelle oder dekorative Funktion in seinem Heimatdorf zu erfüllen. Kauage war so fasziniert von diesen Bildern, dass er noch in der gleichen Nacht zu malen begann. Nur innerhalb eines Jahres entwickelte sich Kauage, der bis dahin als Putzmann und auf Kaffee- und Gummiplantagen gearbeitet hatte und schon in der ersten Klasse aus der Schule geflohen war, weil er von einem Lehrer geschlagen wurde, zu einem vielversprechenden Künstler.

Über den Werdegang Matias Kauages berichtet der Leiter des IWALEWA-Hauses in Bayreuth, Ulli Beier, der einige Jahre in Papua-Neuguinea lebte und Kauage in Deutschland bekannt machte: „Der Mann, der jahrelang von Kolonialbeamten und Plantagenaufsehern gedemütigt worden war, fühlte sich beim Zeichnen zunächst völlig verunsichert. Er traute sich nichts Eigenständiges zu, und in seiner Verwirrung versuchte er, die Illustrationen in Schul- und Kinderbüchern zu kopieren. Die fertigen Arbeiten schickte er durch einen Freund an die Künstlerin Georgina Beier, die damit zunächst nichts anfangen konnte. Erst als Kauage sich endlich traute, ihr selbst seine Zeichnungen zu zeigen, erkannte sie, dass in diesem verlegenen Mann ungeheure, nicht ausgelebte Talente verborgen waren" (in: Künstler der Welt. Matias Kauage, Berlin 1990).

Mit Unterstützung Georgina Beiers gelang es Matias Kauage nur innerhalb eines Jahres, eine Ausstellung seiner Bilder zu organisieren und von seiner Kunst zu leben. Kauage war so erfolgreich, dass schnell junge Künstler begannen, seinen Stil zu kopieren, ja, es entwickelte sich sogar eine Schule um ihn herum.

Heute gehört Matias Kauage zu den bekanntesten und best etablierten modernen Künstlern Papua Neuguineas. In seinen Bildern verschmelzen Tradition und Urbanisierung. Den Gegenständen der fremden, westlichen Welt zwingt er die Disziplin seiner traditionellen Ornamentik auf. Traditionelle Muster, die Kauages Vater noch mit einem heißen Eisen in Bambusflöten eingebrannt oder auf die Speere geschnitten hatte, verschmelzen in seinen Bildern mit den Symbolen der Urbanität. So leuchten Autos, Flugzeuge, Motorräder, Hubschrauber, die englische Königin, Boxer und Gangster in seinen Bildern in den bunten Farben eines Chimbu-Kriegers in vollem Tanzschmuck. Schlangen und Geister fliegen in Helikoptern oder fahren in Schiffen nach Deutschland. Kauage „akzeptiert den Einbruch der fremden Kultur mit Geduld, Intelligenz, Sanftheit und Humor. Er ist ein Erfinder und ein Überlebenskünstler", resümiert Georgina Beier (a.a.O.).

Über sein Verhältnis zur Tradition sagt Kauage: „Ich würde gerne an den alten Sitten unserer Vorfahren festhalten, aber ich weiß nicht genug. Sie wussten so viel! Ich weiß nur, wie man Bilder malt, das ist alles. Ich möchte irgendetwas machen, das meinen Vorfahren gehörte: etwas Wahres, aber ich weiß nicht wie. Als ich sechs oder sieben Jahre alt war, habe ich sie schnitzen und flechten sehen. Nun bin ich erwachsen, und es ist lange her, seit ich die Männer für ihre Vorfahren arbeiten sah. Jetzt arbeiten sie bloß noch für Geld. Die Weißen wollen irgendetwas kaufen, einen Gegenstand aus der alten Zeit. ‚Ja, ja, ich habe so was´, sagen sie. Dann machen sie es schnell und verkaufen es. Sie leben nicht mehr mit den Gegenständen."

Kauages Bilder wurden u.a. in Sydney, Los Angeles, Prag, London und Berlin gezeigt.
Author: Mit freundlicher Unterstützung von Brigitte K

Works

Sammlungen

Exhibition / Installation,
2003
Australian Museum, Sydney Anthropology Museum, Brisbane University of Papua New Guinea, Papua Neuguinea Institute of Papua New Guinea Studies, Port Moresby, Papua Neuguinea Travel Lodge, Port Moresby, Papua Neuguinea Iwalewa Haus, Bayreuth, Deutschland Museum for Children, Frankfurt am Main, Deutschland Mbari Gallery, Washington, USA Mbari Gallery, San Francisco, USA Otis Art Institute, Los Angeles, USA Migila Haus, Sydney

Künstler der Welt. Matias Kauage. Malerei aus Papua Neuguineaa

Published Written,
1990
Katalog. Haus der Kulturen der Welt (Hrsg.), Berlin: 1990

Ausgewählte Gruppenausstellungen

Exhibition / Installation
2005 „Stretim Hevi - Moderne Kunst aus Papua-Neuguinea“, Universität Hamburg, Hamburg 2004 „Early Modern Masters“, Alcheringa Gallery, Victoria, Kannada 2003 „Iwalewa Reload“, Iwalewa-Haus, Bayreuth „Islands in the Sun”, Adam Art Gallery, Wellington, Neuseeland 2001 „Matthias Kauage und Gickmain Kundun“, Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg „Islands in the Sun”, National Gallery of Australia, Canberra, Australien 1988 Commonwealth Institute, London, Großbritannien Australian Museum, Sydney, Australien 1986 Iwalewa-Haus, Bayreuth 1982 Iwalewa-Haus, Bayreuth 1978 The Festival Art Gallery, Adelaide, Australien 1977 The Bookshelf Gallery, Melbourne, Australien The University of Technology, Lae, Papua Neuguinea 1976 The Print Council of Australia, Sydney, Australien 1975 Chatswood Gallery, Sydney, Australien Institute of Papua New Guinea Studies, Port Moresby, Papua Neuguinea Holdsworth Gallery, Sydney, Australien Australian National University, Canberra, Australien Anthropology Museum, Brisbane, Australien State University of Chicago, Chicago, USA 1972 University of Adelaide, Adelaide, Australien University of Melbourne, Melbourne, Australien University of Sydney, Sydney, Australien 1971 Naprstek Museum, Prag, Tschechien Otis Art Institute, Los Angeles, USA Solidaridad Gallery, Manila, Philippinen Fiji Museum, Suva, Fiji Traverse Theatre Gallery, Edinburgh, Großbritannien 1970 University of Sussex, Sussex, Großbritannien Gallery Africa, Nairobi, Kenia 1969 Aladin Gallery, Sydney, Australien Galerie van Hulsen, Amsterdam, Niederlande Galerie van Hulsen, Leuwarden, Niederlande

Ausgewählte Einzelausstellungen

Exhibition / Installation
2005 „Painting from Life“, Alcheringa Gallery, Victoria, Kannada „Kauage Vision’s: Art from Papua New Guinea”, London, Großbritannien 2003 „Singsing: The Art Of Mathias Kauage“, Bristol City Museum & Art Gallery, Bristol, Großbritannien 1990 “Matias Kauage – Malerei aus Papua-Neuguinea“, Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Merits

1987 wurde Matias Kauage in Sydney der Sonderpreis Blake Prize for Religious Art verliehen.

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

Artists of the World

(24 January 90 - 30 January 94)
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Werk: Titel unbekannt
Werk: Titel unbekannt
Werk: Titel unbekannt
Werk: Titel unbekannt