Samir Akika

Article Bio Works Projects Images Video www
genre(subgenre):
Performing Arts (Tanz, Tanz / Choreografie)
region:
Africa, Northern, Europe, Western
country/territory:
Algeria, Germany
city:
Algiers, Düsseldorf
created on:
May 13, 2003
last changed on:
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Article

Der Tänzer und Choreograph Samir Akika wurde 1967 in Algier geboren, wuchs in Paris auf, studierte in den USA und lebt heute in Düsseldorf. Erst im Alter von 26 Jahren kam er zum Tanz. Mit 34 hat er bereits vier Stücke uraufgeführt und zwei Förderpreise erhalten. Akikas Choreographie-Stil versucht, die Formsprache des Tanzes mit den visuellen Mitteln des Kinos zu verbinden und eine neue Form von kinematographischem Tanztheater zu entwickeln.
Dass sich Samir Akika im Alter von 26 Jahren dem Tanz zuwandte, war eher ein Zufall, denn der in Algerien geborene Franzose war auf dem besten Wege, Sportlehrer zu werden. Die Begegnung mit Malou Airaudo, einer Protagonistin des Tanztheaters Wuppertal, änderte aber seinen Lebensplan. Akika hatte Airaudo zunächst nur auf einer Videoaufzeichnung von Pina Bauschs Schlüsselwerk "Sacre du printemps" (1975) gesehen. Bei einem Paris-Gastspiel der Kompanie lernte er Airaudo persönlich kennen und folgte ihrer Einladung, an der Essener Folkwang-Hochschule bei ihr Tanz zu studieren. "Sie wurde meine Lehrerin und meine Choreografin und meine Freundin", so Samir Akika. Seine Leidenschaft für den Tanz und sein Talent als Tänzer eröffneten ihm rasch Zugang zum Tanztheater Wuppertal und zum Folkwang-Tanzstudio, wo er in mehreren Choreografien u. a. von Malou Airaudo mitwirkte und auch im "Sacre" tanzte.

Doch galt und gilt Akikas zweites großes Interesse dem amerikanischen Kino. Seit seiner Arbeit "Geronimo", die noch in seiner Zeit als Folkwang-Student entstand, beschäftigt er sich mit der Möglichkeit, Formelemente des Kinos wie Rasanz der Erzählweise, Nahaufnahme, Schnittechnik und Überblendung in seine Choreografien zu integrieren. Verwirklicht wurde dieser Ansatz besonders deutlich in der Produktion "Lilja" (Mai 2000) für seine Kompanie "Les Petits Poissons". In der Szenerie eines Waschsalons treffen fünf Charaktere aufeinander, die sich ihre Lebensgeschichten und Sehnsüchte erzählen und vorspielen. Immer wieder erscheinen stimmungsreiche Ausschnitte aus Kinofilmen wie "Taxi Driver" oder "Reservoir Dogs", dazu musikalische Zitate aus Chaplin-Filmen oder von Frank Sinatra. Eingewoben in diese Bilder- und Zitatenflut sind Videoaufnahmen der mitwirkenden Tänzer, die live aufgenommen und projiziert werden. So sieht der Zuschauer Totale und Close-up gleichzeitig. Mit dieser Spannung aus theaterhafter Gesamtansicht und kinematographischer Detailliebe arbeitet Akika weiter. Sein jüngstes Stück "Didjelli", das zuerst in Schwimmbädern gezeigt und später für die Bühne eingerichtet wurde, setzte diese Recherchen fort. Eine rudimentäre Liebesgeschichte, Filmzitate, Videozuspielungen und choreografierte Sequenzen zu Live-Musik vermischen sich zu einem lockeren, atmosphärischen Parcours durch realen Spielort und fiktives Geschehen.

Samir Akika hat wiederholt geäußert, dass er seine Vorliebe für das Kino umsetzen und Filmregisseur werden möchte. Sein nächstes Projekt ist aber erst einmal für die visuell erweiterte Tanzbühne vorgesehen: Im Juni 2002 soll "22 Boulevard Lafayette" als Koproduktion von Vooruit Gent, Theater im Pumpenhaus Münster und Tanzhaus NRW in Düsseldorf herauskommen.
Author: Franz Anton Cramer  

Bio

Samir Akika wird 1967 in Algier geboren, sein Vater ist Algerier, die Mutter Französin. Nach dem Gymnasialabschluss in Paris besucht Akika eine High School in Miami und entdeckt seine Leidenschaft für das Basketball-Spiel. 1987 kehrt er nach Frankreich zurück und beginnt ein naturwissenschaftliches Studium (Physik, Mathematik), wechselt aber bald zum Sportstudium. Dort belegt er Kurse in zeitgenössischem Tanz und sieht eine Videoaufzeichnung von Pina Bauschs früher Choreografie "Le Sacre du printemps". Akika ist fasziniert von dieser Kunst und beschließt, Tänzer zu werden. 1993 beginnt er auf Einladung von Malou Airaudo vom Tanztheater Wuppertal mit dem Tanzstudium an der Folkwang-Hochschule in Essen, das er 1997 abschließt. Seit seinem letzten Studienjahr entstehen Choreografien für das Folkwang-Tanzstudio. 1999 gründet er in Essen die Kompanie "Les Petits Poissons" und wird mit seiner Arbeit "Geronimo" zur Tanzplattform Deutschland in Hamburg eingeladen. Im Mai 2001 nominiert ihn seine Mentorin Pina Bausch für das Förderprogramm des Hansischen Goethepreises, wodurch ihm ein Filmstudium ermöglicht werden soll. Im November 2001 wird Samir Akika im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 100. Geburtstages von Folkwang-Gründer Kurt Jooss der erstmals verliehene "Kurt-Jooss-Förderpreis" zugesprochen.

Works

E.T.E. – Extended Teenage Era

Production / Performance,
2007

Loca, Mierda

Production / Performance,
2005

Nayara

Production / Performance,
2004

Globalost Sunday

Production / Performance,
2004

Sharks

Production / Performance,
2003

22 Boulevard Lafayette

Production / Performance,
2002
(Juni, voraussichtlich)/ Düsseldorf; Koproduktion von tanzhaus nrw, Theater im Pumpenhaus Münster, Vooruit Gent

Didjelli (Fassung für Hallenbad)

Production / Performance,
2001
Mönchengladbach

Didjelli (Fassung für Freizeitbad)

Production / Performance,
2001
Flingern bei Düsseldorf

Didjelli (Bühnenfassung)

Production / Performance,
2001
tanzhaus nrw

Lilja

Production / Performance,
2000
Düsseldorf; Arbeitstitel: Ain´t Love Grand

Geronimo

Production / Performance,
1998
im Rahmen seines Tanzstudiums

"Zahnbürste, Chop Suey, Unterhose oder 20 DM für die Münsterpolizei"

Production / Performance,
1997
im Rahmen des Tanzstudiums

Gimme a whisky sour, easy on the ice baby

Production / Performance

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

Heimat Kunst

Kulturelle Vielfalt in Deutschland

(01 April 00 - 02 July 00)

Www

images
"22 BLVD Lafayette"
"Didjelli"
"Didjelli"
"Lilja"
video

Interview mit Samir Akika

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