Jazzanova

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genre(subgenre):
Musik (Break Beat, Dancefloor, elektronische Musik, Folk, Fusion, HipHop, Jazz, Soul)
region:
Europe, Western
country/territory:
Germany
created on:
March 11, 2010
last changed on:
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 Jazzanova
Jazzanova. Ben Wolf. Courtesy of the artists.

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Am Pult der Zeit

Es war die Zeit der späten Neunziger, als der Begriff „NuJazz“ in aller Munde war. An vorderster Front mischte ein DJ- und Producer-Kollektiv aus Berlin mit, das diesem recht inhaltsleeren Terminus spannende Konturen aus Latin, Brasil, Jazz, House, Drum’n’Bass und Soul verlieh. Dabei waren sie vor allem immer wieder als Pult-Meister für neue Versionen gefragt: Jazzanova haben in der Tat das Remixen zur Kunstform erhoben. Mittlerweile sind sie nicht mehr so sehr auf der Suche nach dem Sample als dem Song – wohl austariert zwischen Elektronischem und Handgemachtem haben sich die Berliner auch zur Live-Band entwickelt.
Ihre Geschichte beginnt 1997, als ein Track namens „Fedime’s Flight“ die europäischen Tanzflächen erobert, ausgehend von ihrer Homebase, dem Berliner Club „Delicious Doughnuts“. Dort frönen Alexander Barck, Jürgen von Knoblauch und Claas Brieler seit einigen Jahren am Pult ihrer Vorliebe für Latin und House, beginnen ihre eigenen Remix-Kreationen auf Samplern zu veröffentlichen. Diese erscheinen bald auch auf ihrem eigenen Label, und mit ihren drei Produzenten Roskow Kretschmann, Stefan Leisering und Axel Reinemer vereinigt sich das Trio zum Sextett Jazzanova.

Dank des Radio-Einsatzes von „Fedime’s Flight“ durch Gilles Peterson in England verbreitet sich Jazzanovas Ruf über die Landesgrenzen hinaus. Michael Reinboth von Compost Records in München beginnt eine Kollaboration und international ist man begeistert von der Pultphilosophie der Berliner. Remix-Aufträge für die United Future Organization, 4hero, Koop, Ian Pooley, Liquid Lounge, Incognito und Ursula Rucker sind im Laufe der Jahre die logische Konsequenz. Denn ihre Inspirationen aus dem Sound der Sechziger und Siebziger lassen Jazzanova clever wie wenige ihrer Kollegen mit der zeitgenössischen Musiksprache aus House, Drum`n`Bass, Trip- und HipHop verschmelzen.

Kein Wunder, dass bei der Fülle der Remix-Arbeiten ein erstes komplettes Eigenalbum zurückstehen muss. 2002 erblickt es schließlich als „In Between“ das Licht der Welt und enthüllt, dass Jazzanova ihren phasenweise bestimmenden Flirt mit Latin-Sounds zugunsten einer stilistischen Mannigfaltigkeit aufgegeben haben. Souliger HipHop, Broken Beats, Spoken Word, sphärische Electronica und ein wenig Dub offenbaren sich auf dem Debüt. In den nächsten vier Jahren geht es in eine neue Remix-Runde für die sechs Musiker: Nun können sie sogar das Blue Note-Label zu ihren Auftraggebern zählen und erhalten für die „Blue Note Trip“-Serie Zugang zu den Klangarchiven von Größen wie Horace Silver und Grant Green. Die altehrwürdigen Bänder lassen sie mutig mit Sounds von David Bowie, Madlib und Pat Metheny kollidieren.

Unberechenbar wie Jazzanova nun einmal sind, schlagen sie für ihr zweites Album „Of All The Things“ (Verve, 2008) wiederum einen ganz anderen Pfad ein. Lediglich das rhythmische Grundgerüst kommt noch aus dem Computer, für alle anderen Sounds ist Handgemachtes und die Beteiligung von illustren Gastmusikern aus Fleisch und Blut angesagt. Die Kulisse ist gewaltig: Ein Streichorchester, Hintergrundchöre, Blechbläser, Mitglieder der legendären brasilianischen Fusionband Azymuth und die Stimmen von Paul Randolph aus Detroit, der ehemalige Marvin Gaye-Kollege Len Ware, José James aus Minneapolis und Ben Westbeech aus London sorgen für opulenten Anstrich. Die fast durchweg soulige Grundstimmung verströmt Motown-Flair, man vermeint Stevie Wonder zu vernehmen, HipHop-Tönungen sind integriert, Brasil- und Latin-Reminiszenzen stecken im Detail.

Jazzanova im Jahre 2010: Das ist eine zum erstaunlichen Live-Act gereifte Band, die ihre famosen DJ-Kompetenzen dennoch genauso weiterpflegt. Und genau deshalb wird das wandlungsfähige Sextett bei den LifeLines Rubén Rada auch in beiden Eigenschaften auf der Bühne stehen.
Author: Stefan Franzen

Works

Belle Et Fou EP

Published Audio,
2008

LET ME SHOW YA

Published Audio,
2008

Belle Et Fou

Published Audio,
2007

Boom Clicky Boom Klack

Published Audio,
2006

Glow & Glare / Dance The Dance

Published Audio,
2004

Let Your Heart Be Free Let Your Heart Be Free

Published Audio,
2004

Remixed

Published Audio,
2003

In Between

Published Audio,
2002

That Night Remixes

Published Audio,
2002

Soon (part one)

Published Audio,
2002

Days To Come Remixes

Published Audio,
2002

Reworks from Japan

Published Audio,
2001

That Night / Days to Come

Published Audio,
2001

Jazzanova ep 2 Jazzanova EP 2

Published Audio,
1998

Jazzanova EP 1

Published Audio,
1991

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

LifeLines Nr 3: Rubén Rada

(08 April 10 - 10 April 10)

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