Cheba Fadela & Cheb Sahraoui

Article Bio Works Video
genre(subgenre):
Musik (Rai-pop)
region:
Africa, Northern, Europe, Western
country/territory:
Algeria, France
city:
Oran, Paris
created on:
May 16, 2003
last changed on:
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Cheb Sahraoui © Next Music

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Das einstige Traumpaar des Rai-Pop

Rai wird die populäre Musik Algeriens genannt, die einst in der Hafenstadt Oran geboren wurde. In den späten siebziger Jahren ging daraus der modernere Pop-Rai hervor, zu dessen neuen Stars Cheba Fadela und ihr Mann Cheb Sahraoui gehörten.
Geboren 1962 als Fadela Zalmat, wuchs Cheba Fadela in einem ärmlichen, ehemals jüdischen Bezirk der Hafenstadt Oran auf, nicht unweit des großen städtischen Theaters. Mit 14 spielte sie bereits eine Rolle in dem Film "Djalti" des Regisseurs Mohamed Ifticène. Gleichzeitig begann ihre musikalische Laufbahn als Background-Sängerin in der Band von Boutiba S’ghir und ihre Stimme tauchte auf einigen Aufnahmen der Rai-Sängerin Cheikha Djenia auf. In dieser Zeit trug man ihr den Spitznamen "Remitti Sghira" (Kleine Remitti) nach – eine Anspielung auf die große Rai-Sängerin Cheikha Remitti, in deren Fußstapfen sie zu treten bereit schien.
In den späten siebziger Jahren entdeckte der legendäre Rai-Produzent Rachid Baba Ahmed, dessen modernes 24-Spur-Studio in Tlemcen damals das maßgebliche Entwicklungslabor des modernen Pop-Rai in Algerien war, Cheba Fadela. Mit seiner Hilfe entwickelte sich Cheba Fadela zu einem der ersten Stars des modernen Pop-Rai – ein Sound, der zu dieser Zeit den Nerv einer jungen, unzufriedenen Generation traf und der sich dank des damals neuen und billigen Mediums der Kassette rapide verbreitete. Im Unterschied zu den altehrwürdigen Cheikhs und Cheikhas, den Interpreten der traditionellen Rai-Musik, die Anfang des Jahrhunderts in den Bars und Bordellen der kolonialen Hafenstadt Oran geboren wurde, gaben sich die jungen Sänger der neuen Rai-Generation den Beinamen Cheb bzw. Cheba, was soviel bedeutet wie der bzw. die "junge".

Mit dem Stück "Ana Ma H’Lali Ennoun" (Ich möchte nicht schlafen) gelang Cheba Fadela 1979 ihr bis dahin größter Hit, an den sich 1983 mit "N’Sel Fik" (Du bist mein) ein weiterer Erfolg anschloss. Das Stück sang sie zusammen mit dem Sänger Mohammed Sahraoui, den sie kurz darauf heiratete und mit dem sie fortan zusammen auf der Bühne stand. Gemeinsam bildeten die beiden damals das Traumpaar der algerischen Musik.

Wie viele andere algerische Rai-Sänger emigrierte das Paar in der Hoffnung auf eine Karriere in Europa Ende der achtziger Jahre nach Frankreich. Als dort die erste Weltmusik-Welle begann, standen auch Cheba Fadela und Cheb Sahraoui im Zentrum der Aufmerksamkeit. So mussten sie auch nicht vor Ort miterleben, wie Algerien in den neunziger Jahren in einen blutigen Bürgerkrieg schlitterte, dem auch einige ihrer prominenten Kollegen zum Opfer fielen: der Rai-Sänger Cheb Hasni erlag im September 1994 einem Anschlag radikaler Islamisten, kurz darauf wurde der Produzent Rachid Baba Ahmed von Fanatikern ermordet.

Im Unterschied zu Alterskollegen wie Cheb Khaled war Cheba Fadela und Chab Sahraoui im Exil jedoch nie der ganz große internationale Erfolg beschieden – im Grunde zehrten sie lange vom Nachruhm ihrer frühen, wegweisenden Erfolge. In den neunziger Jahren trennte sich das Paar privat und auch beruflich voneinander.

Cheb Sahraoui meldete sich 2001 mit dem Album "Un homme libre" zurück, dass mit seinem poppig-kommerziellen Sound den Anschluss an ein französisches Publikum suchte. Um Cheba Fadela dagegen ist es seitdem ruhig geworden.

Author: Daniel Bax

Bio

Cheba Fadela erblickte 1962 in Oran, der Geburtsstadt des Rai, das Licht der Welt. Als Sängerin debütierte sie im Hintergrund, auf der Bühne und auf Aufnahmen bekannter Sängerinnen der siebziger Jahre. So wurde der Produzent Rachid Baba Ahmed, ein Pionier des Pop-Rai, auf sie aufmerksam. In seinem Studio nahm sie 1979 ihren ersten Hit "Ana Ma H’Lali Ennoun" (Ich möchte nicht schlafen) auf, der sie schlagartig in ganz Algerien bekannt machte.
1983 heiratete Cheba Fadela den Rai-Sänger Mohammed Sahraoui, mit dem sie im selben Jahr das Duett "N’Sel Fik" (Du bist mein) aufgenommen hatte, und der die beiden zum Traumpaar der algerischen Musik aufsteigen ließ. In den späten achtziger Jahren emigrierten Cheba Fadela und Mohammed Sahraoui wie so viele ihrer Kollegen nach Frankreich, wo sie jedoch nie wieder an ihren großen Erfolg in der alten Heimat anknüpfen konnten. Zwar genossen sie weiterhin große Popularität in der algerischen Gemeinde in Frankreich, doch anders als beispielsweise ihrem Kollegen Khaled gelang es ihnen nicht, über diese Zirkel hinaus zu kommen. Ende der neunziger Jahre trennten sich Cheba Fadela und Cheb Sahraoui und gehen seitdem auch musikalisch unterschiedliche Wege.

Works

Cheba Fadela and Cheb Sahraoui, Live!

Published Audio,
2001
Movieplay 2001

Sahraoui, Un homme libre

Published Audio,
2001
Exil/Net 2001

Cheba Fadela and Cheb Sahraoui, You Are Mine

Published Audio,
1998
Mango 1988
video

"Pas de Chance"

von der CD "Un Homme Libre"
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"Je suis naïf"

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