Aharon Shabtai

Article Works Merits
crossroads:
Politik
genre(subgenre):
Geschriebenes & gesprochenes Wort (allgemein)
region:
Middle East
country/territory:
Israel
created on:
June 17, 2005
last changed on:
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Article

Aharon Shabtai wurde 1939 in Tel Aviv, im unter britischem Mandat stehenden Palästina, geboren. Seine Kindheit verbrachte er in einem Kibbuz. Er studierte Philosophie und Griechisch an der Hebrew University in Jerusalem und an der Sorbonne in Paris. 1979 promovierte er mit einer Arbeit über die Tragödien von Aischylos. Bis Mitte der achtziger Jahre lehrte er Griechisches Drama an der Hebrew University. Seit 1990 ist er Dozent für Griechische Literatur und Lyrik an der Tel Aviv University.
Er übersetzte Theaterstücke von Aischylos, Sophokles, Euripides und Aristophanes ins Hebräische. Für seine Übersetzungen erhielt er u. a. den Prime Minister’s Prize for Translation 1993 und den Tchernichowsky Prize 1999. Seit 1966 veröffentlichte er bislang siebzehn Gedichtbände, die ebenfalls mit wichtigen Auszeichnungen geehrt wurden. In seinem langen Gedicht „Kibbutz“ (1973) beschreibt er das Leben im zionistisch-sozialistischen Israel der fünfziger Jahre. „Hapoema HaBeitit“ ( Ü: Das häusliche Poem, 1996) ist eine Aneinanderreihung von 363 Miniaturen, eine mythische Gestaltung des Gegenständlichen. Andere Gedichte sind schonungslos persönlich. In direkter, sperriger Sprache thematisiert er eigene Erfahrungen mit Depressionen, erotische Abenteuer und das Scheitern seiner Ehe. Eine Auswahl von Gedichten aus dreißig Jahren erschien 1997 auf englisch unter dem Titel „Love and Selected Poems“.

In letzter Zeit erregte der Dichter die Gemüter mit „J’accuse“, einer Sammlung politischer Gedichte, die zuvor in der Wochenendausgabe der Tageszeitung „Ha’aretz“ erschienen waren. Seit 2003 liegt der Band auch in englischer Übersetzung vor. Der Titel spielt auf Emile Zolas berühmten Brief an, mit dem er den Antisemitismus der französischen Regierung während der Dreyfus-Affäre anklagte.

Aharon Shabtai fasst in kritischen Gedichten seine Ablehnung der Politik Israels im israelisch-palästinensischen Konflikt in zornige, klare Worte. Stilistisch und moralisch bezieht sich Shabtai auf die hebräische Schrifttradition. Die Texte entstanden in einem Zeitraum, der von Netanjahus Wahlsieg 1996 bis zur Zeit der zweiten Intifada reicht. Sie entfesselten einen Sturm der Entrüstung unter den Lesern, die ihm Ignoranz gegenüber der realen Bedrohung Israels durch den Terror vorwarfen und ihm eine anti-israelische Haltung unterstellten. Dass er in seiner Kritik vielmehr sein Ideal von Israel verteidigt, wird im Titelgedicht seines jüngsten Gedichtbandes „Artzenu“ (Ü: Unser Land, 2002) deutlich, mit dem er sich an seine Kindheit vor der Staatsgründung Israels erinnert.

Aharon Shabtai lebt in Tel Aviv.
Author: Internationales Literaturfestival Berlin (ilb)

Works

Shemesh Shemesh

Published Written,
2006
Hargol

J´accuse

Published Written,
2003
Übersetzung von Peter Cole, New Directions: New York

Artzenu

Published Written,
2002
Ha-kibbutz ha-meuchad

Artsenu. Shirìm 1987-2002 Hotsa´at ha-Kibuts

Published Written,
2002
Tel Aviv

Politiqa

Published Written,
1999
Even Hoshen

Be-xodesh May ha-nifla’

Published Written,
1997
Siman Qri’a/ Ha-kibbutz ha-meuchad

Love & Selected Poems

Published Written,
1997
Übersetzung von Peter Cole, The Sheep Meadow Press: New York

Ha-lev

Published Written,
1995
Siman Qri’a/ Ha-kibbutz ha-meuchad

Metaziviqa

Published Written,
1992
Zmora Bitan

Gerushin

Published Written,
1990
Mosad Bialik

Ziva

Published Written,
1990
Zmora Bitan

ha-Poema ha-betit

Published Written,
1990
Am Oved: Tel Aviv

La première lecture

Published Written,
1990
Editions de l´Eclat: Paris

Ahava

Published Written,
1988
?Am ?Oved

Begin

Published Written,
1987
Keter

Ha-hartza’a ha-rishona

Published Written,
1985
?Akhshav

Ha-xamor

Published Written,
1982
?Eqed

Sefer ha-klum

Published Written,
1982
Sifriyat Po´alim

Xut

Published Written,
1981
Proza

Xara’, mavet

Published Written,
1979
?Akhshav

Ha-po’ema ha-beytit

Published Written,
1976
Siman Qri’a

Qibbutz

Published Written,
1973
Ha-kibbutz ha-meuchad

Xadar ha-morim

Published Written,
1966
?Akhshav

Merits

Israeli Prime Minister´s Prize (1993)