Em Theay

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crossroads:
Bürgerkrieg, Diktatur, Moderne, Schmerz, Tod, Tradition
genre(subgenre):
Performing Arts (Tanz)
region:
Asia, Southeast
country/territory:
Cambodia
city:
Phnom Penh
created on:
May 29, 2003
last changed on:
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"Beyond the killing-fields"

Em Theay - eine Meisterin des kambodschanischen klassischen Tanzes - gehört zu jenen "zehnten" Künstlern, die den Massenmord unter Pol Pot überlebt haben. Die 1932 geborene Kambodschanerin arbeitet auch heute noch an der Weiterentwicklung des klassischen Tanzes.
Em Theay´s Liebe zum Tanz begann im Alter von sieben Jahren, als sie eine klassische Tanzausbildung begann. Mit 15 Jahren übernahm sie die Hauptrollen in klassischem Tanz und klassischem Gesang am kambodschanischen Königspalast, ihrer künstlerischen Basis für die nächsten 20 Jahre. Als sich 1970 die politische Situation wandelte, wurde sie klassische Tänzerin für die Kambodschanische Republik - allerdings nur für kurze Zeit, denn 1975 brach der Bürgerkrieg aus.

Nach der Eroberung Phnom Penhs durch die Roten Khmer wurde fast ihre ganze Familie ermordet. Sie selbst gehört zu jenen "zehnten" Künstlern, die den Massenmord überlebt haben. Ihre Kinder verlor Em Theay im Konzentrationslager Battambang.

1979, nach der Eroberung und Besetzung Kambodschas durch Vietnam und der Gründung der "Volksrepublik
Kambodscha", wandte sich Em Theay wieder dem Tanz zu und wurde vom Kulturministerium zum Master of Performing Arts ernannt. Im Laufe der Jahre hat sie ihr Handwerk dahingehend perfektioniert, dass sie auch jede Rolle als Sängerin oder Musikerin übernehmen kann.

Als Tänzerin konnte sie ausgiebig Asien, Europa und die Vereinigten Staaten bereisen. Heute ist Em Theay 70 Jahre alt und lässt nicht nach in der Anstrengung, ihre Kunst weiter zu entwickeln, Songs und Theaterstücke zu schreiben und einen neuen Typus des klassischen Tanzes zu entwickeln.

In der Doku-Performance “The Continuum: Beyond the Killing Fields” stellt der Regisseur Ong Keng Sen das Leben Em Theays sowie mehrerer kambodschanischer Tänzer in einer dokumentarischen Inszenierung vor, zeigt ihre Erinnerungen von Hofkultur, Konzentrationslager und Überleben während des Pol Pot Regimes. Aus der Verbindung von Tanz, Puppenspiel und zeitgenössischer Computermusik zeichnet Ong Ken Sen ein eindringliches Bild der Kunst im Angesicht des Terrors. Höhepunkt ist eine Szene, in der Em Theay mit dem Rücken zum Publikum – was bei Hofe undenkbar gewesen wäre – ihr eigenes Überleben tanzt.

Grundlage der Performance sind Live-Interviews und filmische Recherchen an kambodschanischen Originalschauplätzen: dem Angkor Wat, wo Em Theay als junge Tänzerin für den König auftrat, dem berüchtigten Tuol-Sleng-Gefängnis mit seinem penibel dokumentierten Todesarchiv und dem Konzentrationslager in Battambang, wo Em Theay ihre Kinder verlor. 90 Prozent der königlichen Tänzer, Musiker, Schauspieler, Dichter und Künstler wurden während Pol Pots fanatischem Regime ermordet.

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

IN TRANSIT 2002

Transforming the arts

(30 May 02 - 14 June 02)