Farida Karodia

Article Works
crossroads:
Apartheid, Frauen, Gewalt, Rassismus
genre(subgenre):
Geschriebenes & gesprochenes Wort (allgemein)
region:
Africa, Southern, America, North
country/territory:
South Africa, Canada
created on:
June 17, 2005
last changed on:
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Farida Karodia wurde in der östlichen Kapprovinz in Südafrika geboren. Sie unterrichte in Johannesburg, Sambia und Swaziland, bevor sie 1969 nach Kanada emigrierte. Dort begann sie zu schreiben. Nachdem sie zunächst einige Hörspiele für den kanadischen Rundfunk geschrieben hatte, publizierte Karodia 1986 ihren ersten Roman „Daughters of the Twilight“, der in Großbritannien für den renommierten Fawcett-Literaturpreis nominiert wurde. Es folgten zwei Bände mit Kurzgeschichten und zwei weitere Romane, zuletzt „Other Secrets“ (2000), der in diesem Jahr für den International IMPAC Dublin Literary Award nominiert wurde. Nach dem Ende des Apartheidregimes kehrte Farida Karodia in ihr Heimatland zurück. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin abwechselnd in Südafrika und Kanada.
Übersetzungen ihres Werkes ins Deutsche liegen bisher nicht vor. In der Kurzgeschichtensammlung „Against an African Sky“ (1995), die nach Karodias Rückkehr nach Südafrika entstand, wird die Post-Apartheidsgesellschaft aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Autorin überschreitet die gesellschaftlichen Schranken von „gender, race, class“, indem sie weiße, schwarze und asiatische, männliche und weibliche, arme und reiche Protagonisten entwirft und als Erzählerstimmen zu Wort kommen lässt. So entsteht ein polyphones Bild der „Regenbogengesellschaft“ des heutigen Südafrika. Thematisch aufgearbeitet werden z.B. die Schuldkomplexe der Weißen nach dem Ende der Apartheid oder die Gewalt in den schwarzen Townships. Dabei zeigt Karodia jedoch versöhnliche und hoffnungsvolle Perspektiven auf, und ihre Figuren durchlaufen identitätsbildende Prozesse, die sie zur Überschreitung eingefahrener Verhaltensmuster veranlassen.

Der Roman „Other Secrets“ (2000) ist der asiatischen Minderheit in Südafrika gewidmet. Die Geschichte einer indischen Händlerfamilie in einer schwarz dominierten ländlichen Gegend wird aus der Sicht der Töchter Jasmin und Meena geschildert. Aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts und Alters befinden sich die beiden Mädchen gleich mehrfach in einer schwierigen Außenseiterposition, zu der jedoch durch die Welt interfamiliärer und weiblicher Solidarität zwischen den Generationen ein Ausgleich geschaffen wird.

Karodia begrenzt ihr Schreiben nicht ausschließlich auf einen südafrikanischen Hindergrund. Der Roman „A Shattering of Silence“ (1993) setzt sich vor dem Hintergrund des Mosambikanischen Bürgerkriegs mit der Problematik von Erinnerungsprozessen und der Bewältigung von Traumata auseinander. Der Text basiert auf den fiktiven Tagebüchern der Protagonistin Faith, Tochter kanadischer Missionare, die in den Kriegswirren umkommen. Als junge Frau begibt sich Faith auf die Suche nach den Mördern ihrer Familie und bereist dabei das zerstörte Land. Zugleich entdeckt sie im Schreiben die Möglichkeit, Sprache und Stimme wiederzufinden, die sie nach dem Schockerlebnis verloren hatte. Im Vorwort des Romans betont die Autorin, dass sie die Geschichte der Protagonistin als exemplarisch verstehe, “merely representative of the reality of hundreds of thousands of children, all over the world, who are brutalised by war, hunger and political corruption”. © internationales literaturfestival berlin
Author: Internationales Literaturfestival Berlin (ilb)

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Für englischsprachige Titel siehe englische Textversion

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