Lee 'Scratch' Perry

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crossroads:
Politik, Religion
genre(subgenre):
Musik (Reggae)
region:
America, Caribbean
country/territory:
Jamaica
created on:
June 30, 2009
last changed on:
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Lee 'Scratch' Perry
Lee Perry. Courtesy of the artist

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Ein waschechtes Original

Lee „Scratch“ Perry zählt zu den waschechten Originalen. Sein Output – mehr als 58 Alben und 23 Compilations – sichert ihm einen festen Platz im Pantheon der Musikmacher und -produzenten. Um herauszufinden, ob „der Rauch die Musik macht oder Lee Perry” gab er seinen enormen Marihuana-Konsum im 21. Jahrhundert auf. Seine Releases gerieten ebenso bahnbrechend wie alles aus seiner Vergangenheit, als er entdeckte, dass er ohne den zusätzlichen narkotischen Input ebenso produktiv wie imaginativ war. Selbstreferentiell wie jeder Post-Modernist, bezieht er sich in seinen Lyrics meist auf Lee Perry, und zwar in einer Vielzahl von Inkarnationen, zu denen Figuren wie Pipecock Jackxon, the Upsetter, Dr. On The Go, the Red Ninja, Inspector Gadget, Super Ape, Ringo, Wonder Man und der Duppy Conqueror gehören. Dabei vertieft sich Perry immer gleichzeitig in religiöse oder politische Fragen und unergründliche Erzählungen.
Seine lange Musikkarriere begann er als Laufbursche, Wachmann und Talentscout für die jamaikanische Plattenfirma Downbeat Sound System. Er bahnte sich einen Weg bis in das Studio und endete hinter dem Schreibtisch. Perry war es, der erfand, was später als „Reggae“ bekannt wurde, eine Mutation des früheren „Rock-Steady“ und ein Genre, das praktisch nicht existierte, als er mit seinen Aufnahmen begann. Trotz der primitiven technischen Mittel der Zeit, die aus kaum mehr als einem Tonbandaufnahmegerät und Bandverzögerungen bestanden, schuf er einige der unvergesslichen Effekte der gerade erst auftauchenden Kunstgattung. Zweifelsohne beeinflusste er spätere Generationen und Musiker aus allen Sparten musikalischen Lebens, so produzierte er 1977 sogar Tunes für die englische Punk-Band The Clash. Seine endlosen Bandverzögerungen und das extreme Filtern des aufgenommenen Sounds schufen sein Markenzeichen, das bis heute nachhallt. Sein Gebrauch unvorhersagbarer Sound-Effekte nahm den späteren Sampling-Trend vorweg, ganz so wie seine seine lyrischen Bezugnahmen auf die Pop-Kultur in Cartoon-Charakteren und Western-Filmen trendbildend waren.

Zwischen 1963 und 1966 nahm er 30 Songs für das Studio One Label auf, bevor er sich mit dem Besitzer überwarf. Nachdem er gerade eine Partnerschaft mit Amalgamated Records begonnen hatte, setzten die Probleme postwendend wieder ein. Schließlich schuf er 1968 sein eigenes Label Upsetter. Mit seiner Hausband The Upsetters nahm er Künstler wie Max Romeo ebenso wie eine Menge lokaler Künstler auf, die keinen internationalen Ruf errangen. Doch bald landete seine Band in Großbritannien einen Hit und seine Vokalisten errangen Starstatus in Jamaika.

Und dann kamen Bob Marley und seine Wailers. Die erste Ausgabe der Wailers basierte eigentlich auf einer Kooperation zwischen den Upsetter-Musikern, die Marleys Band beitraten, und seinen Vokalisten. Perry war nicht so glücklich darüber, dass seine Starmusiker abgeworben wurden und energiegeladene Diskussionen folgten. Am Ende wurde Lee Perry als Produzent des ersten Wailers-Albums gecastet und die Ehre war allseits wiederhergestellt.

In den späten 60ern wurde Perry von der auftauchenden Skinhead-Szene und später von der aufkeimenden Punk-Szene der Mitt-70er adoptiert. In den 70ern baute er sein eigenes Studio in Jamaika auf, aber die Black Ark, wie sie getauft wurde, brannte zum Ende des Jahrzehnts ab. Perry besteht darauf, dass er sie selbst in einem Anfall von Wut und Frustration abgefackelt hat, als sein Geschäft und persönliche Probleme unüberwindbar schienen. Sein Verhältnis mit Island Records, seinen langjährigen Unterstützern, war etwas beschädigt, als er den Chef der Plattenfirma Chris Blackwell anklagte und zu einem Blutsauger erklärte, der den Tod Bob Marleys zu verantworten habe. Die 80er Jahre, gezeichnet von der Zerstörung seines Studios, waren weniger produktiv und er nahm sein gewöhnliches Pensum erst wieder auf, als die Dekade ihrem Ende entgegen ging.

Lee Perry arbeitete für sein „Jamaican E.T” (2003) Album mit englischen Produzenten und Musikern zusammen. Es gewann einen Grammy Award als „Bestes Reggae-Album“ und ging auch in die (etwas hochtrabend benannte) Rolling Stone „Greatest Artists of All Time“-Liste ein (auf Platz 100).

Derzeit lebt er in der Schweiz. Er tritt immer noch auf, nimmt immer noch auf und das trotz seines schon ziemlich fortgeschrittenen Alters von 73 Jahren. Sein Studio hat er in seinem Züricher Haus wiederaufgebaut, diesmal unter dem Namen The White Ark. Ein Ort, sagt er, den „noch niemals ein Mensch betreten hat.“
Author: Martin Gordon

Bio

Born Rainford Hugh Perry, in 1936, in Kendal, Jamaica.

Works

Compilations

Published Audio
Chicken Scratch (1963-1966) Reggae Greats: Lee "Scratch" Perry (1984) Open The Gate (1989) Upsetter Collection (1994) Upsetters A Go Go (1995) Introducing Lee Perry (1996) Words Of My Mouth Vol.1 (1996) Voodooism (1996) Arkology (1997) The Upsetter Shop Vol.1: Upsetter In Dub (1997) Dry Acid (1998) Lee Perry Arkive (1998) Produced and Directed By The Upsetter (1998) Lost Treasures of The Ark (1999) Upsetter Shop Vol.2 1969-1973 (1999) Words Of My Mouth Vol.2 (1999) Words Of My Mouth Vol.3 (2000) Scratch Walking (2001) Black Ark In Dub (2002) Divine Madness ... Definitely (2002) Dub Triptych (2000) Trojan Upsetter Box Set (2002) This is Ska and Reggae Roots (2005) The Upsetter Selection - A Lee Perry Jukebox (2007)

Alben

Published Audio
The Upsetter (1969) Return of Django (1969) Clint Eastwood (1970) Many Moods of the Upsetters (1970) Scratch the Upsetter Again (1970) The Good, the Bad and the Upsetters (1970) Eastwood Rides Again (1970) Africa´s Blood (1972) Cloak and Dagger (1973) Rhythm Shower (1973) Upsetters 14 Dub Blackboard Jungle aka Blackboard Jungle Dub (1973) Double Seven (1974) DIP Presents the Upsetter (1975) Musical Bones (1975) Return of Wax (1975) Kung Fu Meets the Dragon aka Heart of the Dragon (1975) Revolution Dub (1975) Super Ape aka Scratch the Super Ape (1976) Roast Fish Collie Weed & Corn Bread (1978) Return of the Super Ape (1978) The Return of Pipecock Jackxon (1980) Mystic Miracle Star (with the Majestics) (1982) History, Mystery & Prophecy (1984) Battle Of Armagideon (Millionaire Liquidator) (1986) Time Boom X De Devil Dead (with Dub Syndicate) (1987) On the Wire (1988) Satan Kicked the Bucket (with Bullwackie) (1988) Chicken Scratch (1989) Mystic Warrior (1989) Mystic Warrior Dub (with Mad Professor) (1989) From The Secret Laboratory (with Dub Syndicate) (1990) Message From Yard (with Bullwackie) (1990) Satan´s Dub (with Bullwackie) (1990) Lord God Muzik (1991) Sounds From The Hotline (1991) The Upsetter and The Beat (1992) Excaliburman (1992) Spiritual Healing (1994) Black Ark Experryments (with Mad Professor) (1995) Experryments at the Grass Roots of Dub (with Mad Professor) (1995) Super Ape Inna Jungle (with Mad Professor) (1995) Who Put The Voodoo Pon Reggae (with Mad Professor) (1996) Dub Take The Voodoo Out Of Reggae (Mad Professor with Lee Perry) (1996) Dub Fire (with Mad Professor) (1998) The Original Super Ape (1998) Son of Thunder (2000) Songs to Bring Back the Ark (2000) Jamaican E.T. (2002) Earthman Skanking (2003) Encore (2003) Alien Starman (2003) Panic in Babylon (2004) Alive, more than ever (2006) End of an American Dream (2007) The Mighty Upsetter (2008) Repentance (2008) Scratch Came Scratch Saw Scratch Conquered (2008) The Mighty Upsetter (2008)

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

WASSERMUSIK 2009

(09 July 09 - 25 July 09)

Www

Official homepage of the artist