Zakes Mda

Article Works Merits
crossroads:
Apartheid, Exil, orale Tradition
genre(subgenre):
Geschriebenes & gesprochenes Wort (allgemein)
region:
Africa, Southern, America, North
country/territory:
South Africa, United States of America
created on:
June 17, 2005
last changed on:
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Article

Zakes Mda wurde 1948 in Herschel/ Eastern Cape, Südafrika, geboren. Sein vollständiger Name lautet Zanemvula Kizito Gatyeni Mda. Sein Vater Ashby P. Mda war Anti-Apartheidsaktivist und prominenter Mitbegründer und Präsident der African National Congress (ANC) Youth League. In den sechziger Jahren wurde der Vater inhaftiert, und die Familie musste Südafrika verlassen. Im Exil in Lesotho beendete Zakes Mda seine Schulausbildung. Später ging er in die USA, wo er an der Ohio University Theater und Mass Communication studierte. 1990 promovierte er an der University of Cape Town. 1995 entschloss er sich, nach zweiunddreißigjährigem Exil wieder in Südafrika ansässig zu werden, wo er an der University of the Witwatersrand als Professor für Drama, später ausschließlich als Schriftsteller, Maler und Filmemacher tätig war. Zur Zeit arbeitet er als Dramaturg am Market Theatre in Johannesburg und als Dozent für kreatives Schreiben an der Ohio University.
In den siebziger und achtziger Jahren galt Mdas Interesse vor allem dem Theater. In mehreren seiner rund dreißig Dramen warnt er vor dem Verrat der Widerstandsideale durch eine neue Regierung, die sich als ebenso korrupt und machtgierig entpuppt wie die abgelöste. So auch in dem frühen „We Shall Sing for the Fatherland” (1977). Über die Jahre entwickelte er einen besonderen Stil, indem er mündliche Erzähltraditionen Afrikas, Elemente des Intsomi-Theaters der Xhosa und des magischen Realismus mit dem Absurden Theater Europas verbindet. Seine Theaterstücke wurden mit zahlreichen Preisen gewürdigt. „The Plays of Zakes Mda” (1990) wurde in alle elf offiziellen Sprachen Südafrikas übersetzt.

In seinen Romanen spiegelt Mda den kollektiven inneren Konflikt zwischen Tradition und materialistischem Konsum, der für das Südafrika der Post-Apartheid charakteristisch ist. Er erzählt aus der Perspektive von Schwarzen und ihren Lebenswelten, in denen Weiße nur am Rande vorkommen. Im mehrfach preisgekrönten „Ways of Dying” (1995) zieht Toloki, ein selbsternannter professioneller Trauernder, von Begräbnis zu Begräbnis. Im Verlauf des Romans wird deutlich, dass nahezu alle diese Toten Opfer von Fanatismus, Gier und Gewalt innerhalb der eigenen Gemeinschaft wurden.

Der Roman „Heart of Redness” (2000) blickt zurück in die koloniale Vergangenheit. Die Prophezeiung vom Sieg der Xhosa über die Briten, unter der Bedingung, dass sie ihr Vieh schlachteten, spaltete das Xhosa-Volk nachhaltig. Mda erzählt auf sehr lebendige Weise von dieser Tragödie und ihren Auswirkungen bis heute. Mit einem Sexskandal zwischen weißen Afrikanern und ihren schwarzen Hausangestellten in den siebziger Jahren setzt er sich in seinem jüngsten Buch „Madonna of Excelsior” (2002) auseinander. Zakes Mda lebt in Johannesburg und Ohio.
Author: Internationales Literaturfestival Berlin (ilb)

Works

Der Walrufer

Published Written,
2006
Unionsverlag: Zürich

Die Madonna von Excelsior

Published Written,
2005
Unionsverlag: Zürich

Für englische Titel siehe englische Textversion

Published Written

Merits

1978
Amstel Playwright of the Year Award für "We Shall Sing for the Fatherland"
1979
Amstel Merit Award für "The Hill"
1984
Christina Crawford Award der American Theatre Association für "The Road"
1996
Olive Schreiner Prize for Drama für "The Nun’s Romantic Story"
1997
Olive Schreiner Preis und M-Net Book Preis für "Ways of Dying"
2001
Commonwealth Writer´s Preis (Afrika) und Sunday Times Fiction Award für "The Heart of Redness"
2003
Hurston/Wright Legacy Award für "The Heart of Redness"
2004
"The Madonna of Excelsior" zählt zu den "Top Ten South African Books published in the Decade of Democracy"