Matthew Ngui

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crossroads:
Gewalt
genre(subgenre):
Bildende Kunst (Installation, Performance, Videokunst)
region:
Asia, Southeast
country/territory:
Singapore
city:
Singapore
created on:
May 9, 2003
last changed on:
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Matthew Ngui
Matthew Ngui

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Die Konstruktion interkultureller Bedeutung

KÜNSTLERSTATEMENT/ POSTKARTENPROJEKT DES HAUSES DER KULTUREN DER WELT 2007 „Die Bewegung von Menschen offenbart ein Verlangen nach einem Perspektivwechsel. Eine feste Perspektive ist im Raum gefangen und kann unecht sein und fürchterlich verkehrt. Ein Verrücken eröffnet deshalb neue Perspektiven und Standpunkte, die schließlich Wahrheiten hervorbringen können." (Matthew Ngui) Mit seinen interaktiven Installationen und Videoarbeiten gehört Matthew Ngui mit zu den führenden Künstlern Singapurs. Im Westen wurde der 1962 geborene Videokünstler und Musiker vor allem durch seine Teilnahme an der Biennale in São Paulo bekannt geworden.
Matthew Ngui gehört mit seinen interaktiven Installationen und Videoarbeiten zu den führenden Künstlern Singapurs. Er verbindet Situationen, die er vor Ort antrifft, mit seiner persönlichen Perspektive und untersucht damit die Konstruktion interkultureller Bedeutung. Mit der Zubereitung von Nahrung – einer universalen menschlichen Tätigkeit und doch einer mit den größten kulturellen Unterschieden – wird seine Arbeit oft zur Performance.

Ngui studierte zunächst Jura an der National University, folgte dann aber seinem künstlerischen Lehrmeister, dem Bildhauer Ng Eng Teng, nach Perth in Australien, wo die beiden gemeinsam eine Bronzeskulptur schufen. In Perth nahm Ngui ein Studium der bildenden Kunst auf und unterrichtete im Anschluss daran an der Canberra School of Art (Australian National University) und an der Edith Cowan University. Am Perth Institute of Contemporary Art leitete er darüber hinaus ein Performance-Programm.

1996 stellte Ngui bei der Biennale in São Paulo aus, wo er seinen ortsspezifischen Arbeitsansatz anwendete. Er experimentierte mit drei Komponenten: einer Performance mit Lebensmitteln, PVC-Röhren als Soundträgern und der skulpturalen „Zeichnung“ eines Stuhls. Sein Design der Röhren, die den Raum veränderten, während sie das Publikum zu anderen Teilen der Installation führten, begeisterte auch Catherine David, die ihn zur Documenta X nach Kassel einlud. Dank dieser Einladung ist Ngui der einzige Singapurer, der seit der Einführung der Documenta in den vierziger Jahren hier ausstellte. 2001 stellte Ngui seine Arbeiten auf der Biennale 2001 in Venedig aus. Darüber hinaus sind seine Röhren-Strukturen bei der Wiener Sezession, der CAPC in Bordeaux und auch in der kontroversen ´Cities on the Move´-Ausstellung für Kunst und Architektur in der Londoner Howard Gallery ausgestellt worden, die von Hans Ulrich Obrist und Hou Hanru kuratiert wurde. Nguis Gebrauch der Anamorphosis wurde in Ausstellungen im dänischen Louisiana Museum, im Singapore Art Museum und in der Art Gallery of Western Australia weiter erkundet.

In seinen Lebensmittel-Performances setzt Ngui sich auf humorvolle und kulinarische Weise mit kulturellen Spezifika und der Globalisierung auseinander, so am Goethe-Institut in Singapur und am Museum of Contemporary Art in Sydney. Er beteiligt sich auch aktiv an Artist-in-Residence-Projekten, die ihm die Weiterführung seiner ortsspezifischen Arbeit erlauben, so zwischen 1998 und 2000 in Venezuela, der Schweiz und im australischen Busch. Zur Zeit arbeitet Ngui an Installationen für Spanien und Korea.

Im Rahmen des Festivals „In Transit“ im Haus der Kulturen der Welt erkundete Ngui mit Videoarbeiten und Diaprojektionen die Beziehung zwischen Körpern und Bildern, zwischen Echtzeit und Virtualität. Seine täglich wachsende Installation bezog sich direkt auf den Kommunikationsprozess im Lab.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit baut Ngui gerade eine kleine Non-Profit-Agentur mit dem Arbeitstitel SCAB (Singapore Contemporary Art Bureau) auf, die sich zum Ziel gesetzt hat, zeitgenössische singapurische Künstler zu unterstützen und die Forschung in wichtigen Feldern der Gegenwartskunst mit neuen Untersuchungsmethoden und dem Aufbau eines Archives voranzutreiben.

In Australien war Matthew Ngui Vorsitzender des Kommittees des ARX (Artists Regional Exchange), gegenwärtig ist er im Beraterbeirat der John Curtin Gallery der Curtin University of Technology.

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

Postkarten Projekt

(01 March 07 - 31 December 08)

IN TRANSIT 2002

Transforming the arts

(30 May 02 - 14 June 02)

Www

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