Yu Hua

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crossroads:
Realismus
genre(subgenre):
Geschriebenes & gesprochenes Wort (allgemein)
region:
Asia, Eastern
country/territory:
China
created on:
June 17, 2005
last changed on:
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Other languages:
Yu Hua
Yu Hua, Copyright: Klett-Cotta

Article

Yu Hua wurde 1960 in Hangzhou in der ostchinesischen Provinz Zhejiang geboren. Seine Eltern, beide Ärzte, zogen kurz nach seiner Geburt in die Kleinstadt Haiyan um. In Haiyan, wo es zunächst „nicht mal ein Fahrrad“ gab, lebte der Autor fast dreißig Jahre lang. „Bis heute stammt meine gesamte Inspiration von dort her,“ sagt Yu Hua.
Nach Abschluss der Mittelschule machte er eine Zahnarzt-Lehre im örtlichen Krankenhaus, besuchte ein weiteres Jahr die Medizinische Schule und arbeitete dann fünf Jahre als Zahnarzt. Parallel dazu begann er zu schreiben. Später brach Yu Hua seine medizinische Laufbahn ab und nahm eine Stelle im Kreiskulturhaus an, wo er sich vor allem mit der Sammlung folkloristischer Lieder und Geschichten beschäftigte.

Nach seinem literarischen Debüt 1987, der Erzählung „Wie Schall und Rauch“, zog Yu Hua nach Peking. Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre entstanden in schneller Abfolge weitere Texte: 1991 erschien der erste Roman „Schreie im Regen“, 1992 „Leben!“ und 1995 „Der Mann, der sein Blut verkaufte“.

Der Roman „Leben!“, der 1994 von dem bekannten Regisseur Zhang Yimou verfilmt wurde, machte ihn auf einen Schlag bekannt. Darin wird in einfachen, eindrücklichen Sätzen die Geschichte des Bauern Fugui und dessen Familie erzählt. Die Figuren werden von außen, wie aus einer Kameraperspektive, mit großer Präzision gezeichnet. Erzählelemente wie Rückblenden, innere Monologe und Psychologisierung verwendet Yu Hua in seinen Romanen nicht. Erst durch diese scheinbare Simplizität erlangen die Texte ihren ureigenen, bewegenden und ergreifenden Charakter. Auch in „Der Mann, der sein Blut verkaufte“ bedient sich der Autor einer bewusst einfachen Sprache mit lebendigen dialogischen Passagen. Weder durch erzählerische Zurücknahme noch durch Pathos, sondern in einem lakonisch-realistischen Erzählstil werden die handelnden Personen mit all ihren Stärken und Schwächen geschildert. Auf diese Weise ziehen in beiden Büchern zugleich auch mehrere Jahrzehnte bewegtester chinesischer Geschichte vorbei.

Im Gegensatz zur Roman-Verfilmung von „Leben!“, die trotz weltweiter Auszeichnungen (u.a. Großer Preis der Jury in Cannes 1994) in der Volksrepublik verboten und deren Regisseur und Hauptdarsteller mit je zwei Jahren Berufsverbot belegt wurden, hatte Yu Hua mit seinen Büchern bisher keine Probleme mit der Zensur, zu sehr geht sein kritisches Potential aus dem Indirekten hervor . Heute gehört Yu Hua sowohl mit seinen experimentellen frühen Novellen, als auch – und vor allem - mit „Leben!“ und „Der Mann, der sein Blut verkaufte“ neben Wang Shuo, Su Tong und Mo Yan in China zu den auflagenstärksten Schriftstellern der jüngeren Generation.

© internationales literaturfestival berlin
Author: Internationales Literaturfestival Berlin (ilb)

Works

Brüder

Published Written,
2009
S. Fischer Verlag: Frankfurt am Main

Der Mann, der sein Blut verkaufte

Published Written,
2000
Roman. Klett-Cotta: Stuttgart

Leben!

Published Written,
1998
Roman. Klett-Cotta: Stuttgart

Anderssprachige Bücher siehe englische Textversion

Established

Merits

2002 Yu Hua erhielt als erster chinesischer Autor den James Joyce Foundation Award
1998 Der Roman "Leben!" gewann den Premio Grinzane Cavour
"Leben!" und "Der Mann, der sein Blut verkaufte" wurden als die einflussreichsten Bücher des Jahrzehnts in China anerkannt
"Brüder" war shortgelistet für den Man Asian Literary Prize 20008

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

China - Zwischen Vergangenheit und Zukunft

Ein Projekt zur zeitgenössischen Kunst Chinas

(24 March 06 - 14 May 06)

Www

Interview im Deutsch-Chinesischen Kulturnetz

September 2009

Interview in der Ohio State University