Juan Bautista Rivarola Matto

Article Works Merits
crossroads:
Exil, Geschichte
genre(subgenre):
Geschriebenes & gesprochenes Wort (Dichtung, Drama, Erzählung, Essay, Märchen)
region:
America, South
country/territory:
Paraguay
city:
Asunción
created on:
May 26, 2003
last changed on:
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Article

„Wenn ein paraguayischer Schriftsteller über sein Dorf schreibt"

Der 1933 in Asunción, Paraguay, geborene Publizist, Romancier, Essayist und Dramatiker Juan Bautista Rivalora Matto verbrachte mehr als 20 Jahre im argentinischen Exil. 1979 kehrte er nach Paraguay zurück und begann als Journalist und Verleger zu arbeiten. Juan Bautista Rivalora Matto hinterließ ein umfangreiches literarisches Werk, in dem sein Hauptaugenmerk der aktuellen politischen Situation und der Geschichte Paraguays galt. Er verstarb im Alter von 58 Jahren.
Der Erzähler, Essayist, Dramatiker, Journalist und Verleger Juan Bautista Rivarola Matto, 1933 in Asunción geboren, verbrachte wie viele andere kritische Intellektuelle aus Paraguay lange Zeit im Exil. 1979 verließ er Buenos Aires nach über 20 Jahren und kehrte in seine Heimat zurück. Voller Enthusiasmus widmete er sich dem Journalismus und dem literarischen Schaffen. Er veröffentlichte in der Tageszeitung Hoy, schrieb für ABC Color und war Chefredakteur des Wochenblatts El Pueblo.

Schon ein Jahr nach seiner Rückkehr gründete Rivarola Matto, gemeinsam mit Alvaro Ayala, den Verlag NAPA. Obwohl NAPA nach vier Jahren aus wirtschaftlichen Gründen schließen musste, editierten Rivalo Matto und seine Mitstreiter in dieser kurzen Zeit 42 Bücher paraguayischer Autoren. Eine kulturpolitische Initiative, die die über Jahrzehnte hinweg vernachlässigte erzählerische Literatur Paraguays aus dem Dornröschenschlaf weckte.

Neben zahlreichen journalistischen Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften, vor allem zu literarischen und historischen Themen, hinterließ Juan Bautista Rivarola Matto ein umfangreiches literarisches Werk, in dem er vor allem die aktuelle politische Situation und die Geschichte seiner Heimat Paraguay thematisierte.

Für Rivarola Matto war Literatur eine Form des Widerstands gegen die herrschende Unterdrückung in einem Land, das in seiner politischen Entwicklung bis 1989 keine demokratischen Strukturen gekannt hatte. Erst im Mai 1989 fanden in Paraguay die ersten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. In einem 1987 erschienen Roman „La isla sin mar“ zeichnet er ein realistisches und zugleich fiktives Bild der Militärdiktatur unter General Alfredo Stroessner. (Unter Stroessner erlitt Paraguay in den Jahren von 1955 bis 1989 die längste Herrschaftszeit eines Diktators in Lateinamerika).

Aus der Sicht Rivarola Mattos erlebte der paraguayische Schriftsteller beständig eine Situation, die ihn zwang, sich zu engagieren. „Dieses Engagement ist unvermeidlich in einem Land wie unserem", äußerte er sich während einer Podiumsdiskussion am 24. Oktober 1989 im Haus der Kulturen der Welt, Berlin. „Wir schreiben ein Gedicht für unsere Geliebte, und auch dann scheinen die Probleme unseres Landes hindurch. Ich bin immer ein engagierter Mensch gewesen, nicht nur als Schriftsteller. Die gesamte paraguayische Literatur hat diese Charakteristik und großen Einfluss ausgeübt auf die Bevölkerung. Sie hat immer eine Vorreiterrolle gespielt und durchaus zum Sturz der Diktatur beigetragen."

Aber nicht nur die aktuelle politische Situation seiner Heimat, sondern auch der Geschichte Paraguays widmete Rivarola Matto sich intensiv. In seiner Romantrilogie „Yvypóra" (1970), „Diagonal de Sangre. La Historia y sus alternativas en la Guerra del Paraguay" (1986) und „La isla sin mar" (1987) schrieb Rivarola Matto über den Drei Allianzen-Krieg gegen Argentinien, Brasilien und Uruguay. Ein Krieg, bei dem Paraguay fast die Hälfte seiner Bevölkerung verlor und ein Drittel seines Territoriums einbüßte.

Für Rivarola Matto ging es in seiner Arbeit immer auch um mehr als um die Geschicke seiner Heimat: „Wenn ein paraguayischer Schriftsteller über sein Dorf spricht, dann beschreibt er die ganze Welt." (in: Volksblatt, 29. 10. 1989)

Wie viele andere paraguayische Autoren auch, bemühte Rivarola Matto sich darum, Lösungen für die Zweisprachigkeit in seinem Land zu finden. Da bis heute nahezu 40% der Bevölkerung ausschließlich Guaraní, die Sprache der Ureinwohner Paraguays sprechen, veröffentlichte Rivarola Matto einige seiner Romane und Erzählungen auf Spanisch und Guaraní.
Author: Verena Mörath 

Works

La abuela del bosque

Published Written,
2001
Arandura: n/a. Reprint

El Niño Santo

Published Written,
1994
Drama.

Vidas y Muerte de Chirito Aldama

Published Written,
1994
Drama.

Banderas sobre las tumbas

Published Written,
1991
Roman.

Einführung - Aufzeichnungen des Schreibers

Published Written,
1989
Kurzgeschichte. In: La Línea Colorada - Literarische Facetten Lateinamerikas. Das Arabische Buch: Berlin

El santo de Guatambu

Published Written,
1988
Roman.

La isla sin mar

Published Written,
1987
Roman.

San Lamuerte

Published Written,
1986

Diagonal de Sangre

Published Written,
1986

Ensayo sobre los comuneros

Published Written,
1986
Essays.

Karai Réi Oha´aramo Guare Tuka´ëkañy o De Cuando Carai

Published Written,
1980

Rey Jugó a las Escondidas

Published Written,
1980

Algunas ideas acerca de la literatura paraguaya

Published Written,
1972
Essays.

Yvypóra

Published Written,
1970

Merits

Für seinen Roman "San Lamurte" (1986) wurde Juan Bautista Rivarola Matto schon ein Jahr vor dessen Veröffentlichung mit dem Premio Gabriel Casaccia ausgezeichnet. Für seine beiden Theaterstücke "El Niño Santo" und "Vidas y Muerte de Chirito Aldama" wurde er mit dem "1er Premio Vº Centenario 1991" und - zehn Tage nach dem Tod des Autors - mit dem "2do Premio Vº Centenario 1991" gewürdigt .