Burhan Öcal & Oriental Ensemble

Article Bio Works Images Video
crossroads:
Tradition
genre(subgenre):
Musik (Jazz, türkische Gypsy-Musik)
instruments:
Bendir, Darbuka, Kös, Kudüm
region:
Middle East, Europe, Western
country/territory:
Turkey, Switzerland
city:
Istanbul, Zürich
created on:
May 16, 2003
last changed on:
Please note: This page has not been updated since July 18, 2003. We decided to keep it online because we think the information is still valuable.
information provided by:
Other languages:
 Burhan Öcal & Oriental Ensemble
Burhan Öcal © Rainer Zellner - Music Contact Musikverlag -

Article

Die zentrale Betonung der Improvisation verbindet die orientalische Musik mit dem Jazz. Der Perkussionist Burhan Öcal mischt die Traditionen der Türkei, der klassischen Hofmusik des Serails wie der überlieferten Volksmusik der türkischen Roma mit zeitgenössischem Jazz. Öcal, geboren in der thrakischen Stadt Kirklareli, lebt in Istanbul und in Zürich.
Der türkische Perkussionist Burhan Öcal, geboren in der thrakischen Stadt Kirklareli, hat sich durch die Zusammenarbeit mit Jazzgrößen wie Joe Zawinul, Maria João und Steve Swallow international einen Namen gemacht.
Burhan Öcals Vater war Lehrer für die alt-osmanische Sprachen und Arabisch, kam aber durch eine Erbschaft in den Besitz einer Reihe von Kinosälen, Kaffehäusern und anderer Immobilien. Aus diesem Grund wuchs Burhan Öcal in einem Umfeld auf, in dem europäische Filme und Theateraufführungen genauso selbstverständlich waren wie Hochzeitsfeiern und traditionellen Feste, bei denen meist Zigeunerensembles aufspielten. Durch seinen Vater lernte Burhan Öcal das Spiel der Handtrommel Darbuka und später auch andere Perkussioninstrumente wie Kös, Kudüm und Bendir; seine Mutter brachte ihm die religiöse türkische Vokalmusik nahe. Schon im Alter von sechs Jahren trat er bei Festen und im Kaffeehaus auf und lernte, obwohl selbst kein Roma, die Rhythmen der Volksmusik der Zigeuner genauso kennen wie später die Kunst der osmanischen Hofmusik.

Im Laufe seiner musikalischen Karriere hat Burhan Öcal es sich zur Aufgabe gemacht, die Traditionen der türkischen Musik, ob klassisch oder traditionell, mit westlicher Klassik oder Jazz zu verbinden. Seit 1977 pendelt er zwischen Istanbul und Zürich und hat sich auch musikalisch als vielseitiger Wanderer zwischen den Welten bewiesen.

Mit dem "Istanbul Oriental Ensemble" versammelte Burhan Öcal Mitte der neunziger Jahre einige der besten Roma-Musiker der Türkei um sich, um die alte türkische Tradition der Zigeunermusik aus dem 18. und 19. Jahrhundert wieder zu beleben. In Istanbul und Thrakien, dem europäischen Teil der Türkei, ist die Musik der Zigeuner bereits seit dem 10. Jahrhundert ein wichtiger Teil der türkischen Musikszene. Die typischen Instrumente dieser Musik sind die Darbouka, die Geige Keman und die Klarinette. Ihre Lieder und Improvisationen drücken ebenso Lebensfreue wie Leid und Sehnsucht aus. "Es gibt keine Virtuosität ohne dieses spezielle nostalgische Gefühl", sagt Burhan Öcal. "Diese Musik wird mündlich, nie akademisch, sondern immer mit dem Gewürz des Lebens überliefert." (zit. nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.4.2000).

Weil der offizielle Islam zur Musik seit jeher eine sehr ambivalente Haltung hat, waren es oft Griechen, Juden und Zigeuner, die sich als Musiker hervortaten, und in den Kaffehäusern des Osmanischen Reichs und am Hof des Sultans den Ton angaben. Durch seine beiden Alben "Gypsy Rum" und "Sultans´s Sectet Door", die bei dem Label Network in Frankfurt erschienen sind und traditionellen Motiven der türkischen Roma bzw. der Hofmusik folgen, konnte sich Burhan Öcal außerhalb der Türkei bekannt machen. 1998 war er mit dem "Istanbul Oriental Ensemble" beim renommierten WOMAD-Festival in England zu Gast.

Sein jüngstes Projekt brachte Burhan Öcal zuletzt wieder auf eine eher jazzige Spur: Zusammen mit dem Bassisten Jamaaladeen Tacuma und anderen Jazzmusikern aus New York und Philadelphia entstand das Album "Groove alla Turca", auf dem in vier Stücken auch die Sängerin Natacha Atlas zu hören ist. Beteiligt waren daran der Trompeter Jack Walrath, der schon mit Charles Minus zusammen spielte, Art Baron an der Posaune und Ben Schachter am Tenorsaxophon, Daryl Burge am Schlagzeug und Rick Iannacone an der Gitarre, auf türkischer Seite die Musiker des "Istanbul Oriental Ensembles", erweitert um Salih Nazim Peker an der türkischen Laute Saz und Arif Erdebil an der Bambusflöte Ney.

Author: Daniel Bax

Bio

The musician Burhan Ocal was born in the city of Kirklareli in the European part of Turkey. His father owned a number of cafés and other establishments in Istanbul so that Burhan Ocal grew up surrounded by the music of the Gypsy ensembles who played there. His father taught him to play oriental percussion instruments, an art he later developed to perfection. However, Burhan Ocal and this group did not appear on the international scene until the mid-nineties with the release of his two albums "Gypsy Rum" and "Sultan´s Secret Door" on the Network label in Frankfurt which brought them invitations to international festivals.
In 2001 Burhan Ocal teamed up with US bass player Jamaaladeen Tacuma to create "Groove alla Turca", his biggest jazz fusion exploration to date.



Works

Groove alla Turca

Published Audio,
2003
Double Moon / Night & Day 2000

Caravanserai

Published Audio,
2001
Network Germany

Sultan´s Secret Door

Published Audio,
1998
Network: 1998

Gypsy Rum

Published Audio,
1995
Network: 1995
images
Ensemble
video

"Roman II"

von der CD "Sultan´s Secret Door"
Network Medien GmbH
Music Contact Musikverlag
play video