Carlinhos Brown

Article Bio Works www
additional name:
Timbalada
genre(subgenre):
Musik (Música Popular Brasileira, Reggae, Samba)
region:
America, South
country/territory:
Brazil
city:
Rio de Janeiro
related artists:
created on:
May 16, 2003
last changed on:
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Planetare Popmusik aus Brasilien

Der für seine Exzentrik berühmte brasilianische Perkussionist und Komponist Carlinhos Brown (geb. 1962) aus Salvador da Bahia hat mitgeholfen, die moderne brasilianische Popmusik zu revolutionieren: Er gründete 1993 die Afro Bloco-Gruppe "Timbalda" und mischte in seinen Soloalben afro-brasilianische Perkussion mit US-amerikanischem Funk, Rap, Heavy Metal und Jazz. In den letzten 15 Jahren komponierte er über 200 Songs für Musiker wie Sergio Mendes, Caetano Veloso, Césaria Evora und die Heavy Metal Band "Sepultura".
Wenn man Antônio Carlos Santos de Freitas heißt, sollte man eigentlich zweimal überlegen, bevor man seinen Familiennamen in den zweithäufigsten Nachnamen der westlichen Welt ändert. Doch Carlinhos Brown tat dies zu Ehren des Godfather of Soul, James Brown. Der 1962 in Candeal Pequeno, einem Stadtteil in Salvador da Bahia, Brasilien, geborene Carlinhos Brown war in seiner Heimat schon lange vor dem Erscheinen seines ersten Soloalbums "Alfagamabetizado" (1996) als Komponist und Perkussionist bekannt. In den letzten 15 Jahren hat er unzählige Stücke komponiert, die von Césaria Evora, Gilberto Gil, Caetano Veloso und Sergio Mendes interpretiert wurden. Er trat mit so unterschiedlichen Künstlern wie Lee Ritenour und den brasilianischen Hardrockern "Sepultura" auf.
Anfang der achtziger Jahre wurde Brown von dem salvadorianischen Radiosender WR angestellt, um Werbe-Jingles mit einem afro-brasilianischen Rhythmus zu komponieren. Mit seinen Jingles avancierte Brown zu einem der Schöpfer des Samba-Reggae. Der Sänger Luiz Caldas, damals mit "Banda Acordes Verdes", nahm 1984 Browns ersten lokalen Radiohit "Visão de ciclope" auf. Schnell wurde Brown zu einem der wichtigsten Komponisten dieser neuen Musik aus Bahia. In weniger als zwei Jahren komponierte er über 30 Top-Hits für die Radiostation "Itopoan", dem ersten UKW-Programm, das das Potenzial der neuen Musik erkannte, die sich bald von Salvador über das ganze Land ausbreiten sollte.

Die Grenzen von Bahia überschritt Carlinhos Brown 1985, als Caetano Veloso ihn zum Mitglied seiner Gruppe "Banda Nova" machte. Browns Song "Meia-lua inteira”, den Veloso in sein Album "Estrangeiro" aufnahm, machte seinen Namen in ganz Brasilien und im Ausland bekannt. Als Perkussionist begleitete er u.a. João Gilberto, Djavan und João Bosco auf ihren Auslandstourneen. Doch statt sein Leben als globaler Session-Musiker zu genießen, kehrte Brown in sein heimatliches Candeal zurück, wo er 1993 "Timbalada" gründete, eine vielköpfige Gruppe mit wechselnder Besetzung, die ihren Akzent auf Afro-Bloco-Perkussion und Axé-Rhythmen legt. Darüber hinaus gründete er noch drei weitere Perkussions-Ensembles: "Lactomia", ein Kinder-Percussion-Projekt, "Bolacha Maria", ("Frauen in der Musik") und "Gang-Oga". Außerdem initiierte er das Hilfsprojekt "Tá Rebocado", um den Lebensstandard der Bewohner von Candeal zu heben. Mittlerweile unterstützt Brown Dutzende von Musik- und Erziehungsprojekten.

Von Carlinhos Browns Stücken gibt es bis heute schon mehr als 200 Aufnahmen ganz unterschiedlicher Künstler. Eine kleine Auswahl würde Sergio Mendes, "Sepultura", Gal Costa, "Paralamas do Sucesso", Marisa Monte, Maria Bethania, Cassia Eller, Arnaldo Antunes, "Banda Eva", Daniela Mercury, Nando Reis und Xuxa nennen.

1992 wirkte Carlinhos Brown an den Aufnahmen zu Bill Laswells "Bahia Black-Ritual System" mit, an denen auch Jazzlegenden wie Wayne Shorter und Herbie Hancock beteiligt waren. Daraufhin wurde er eingeladen, an der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Lillehammer (Norwegen) mitzuwirken. In einer Satellitenschaltung trat er von Bahia aus simultan mit Chuck Berry in den USA, Youssou N’Dour im Senegal und Aborigines in Australien auf. Als Sergio Mendes die Aufzeichnung im Fernsehen sah, nahm er sofort Kontakt zu Brown auf. 1993 produzierte er dann die CD "Brasileiro" mit fünf Songs von Carlinhos Brown, die 1994 den "Grammy Award" (beste Aufnahme/Weltmusik) gewann. Im gleichen Jahr wurde das erste Album Browns mit "Timbalada" vom "Billboard Magazine" als beste lateinamerikanische CD ausgezeichnet.

Browns erstes Soloalbum, "Alfagamabetizado", erschien 1996. Es wurde produziert von Wally Badarou und Arto Lindsay mit Gastauftritten von Caetano Veloso, Gal Costa, Gilberto Gil, Maria Bethania sowie Marisa Monte und in verschiedenen Studios in Salvador da Bahia, Rio de Janeiro, Paris und New York aufgenommen und abgemischt. Der Track "A namorada" wurde ein Superhit in Brasilien, Japan und Chile und wurde Teil des Soundtracks von "Speed 2". Um sein Album "Alfagamabetizado" zu promoten, tourte Brown in 150 Live-Auftritten durch Brasilien, die USA und Europa.

Carlinhos Brown erzählt von sich, dass er die gesamte Orchestrierung eines Stückes zuerst in seinem Kopf hört, bevor er dann versucht, sie im Studio zu reproduzieren. Seine Soundpalette enthält afrikanische Polyrhythmen, brasilianische Candomblé-Gesänge, Tropicalismo, afro-brasilianische Rhythmen, Samba-Funk und Samba-Reggae, Rock, Rap, Heavy Metal und kubanischen Jazz. Er reiht seine Wörter manchmal in einem Satz in Portugiesisch, Französisch, Spanisch und Englisch hintereinander auf, bis sie keinen Sinn mehr ergeben.

Das 1998 von Marisa Monte produzierte Pop-Album "Omelete Man" fährt Browns afro-brasilianische Perkussionswurzeln bis auf ein schockierend geringes Maß zurück. Der Hörer sieht sich mit einer eklektischen und glatten Mischung konfrontiert, die einen Tribut an Bob Marley, Brian Wilson, Paul McCartney und Stevie Wonder – und vielleicht treffender – Lenny Kravitz, zollt. Die Resultate sind bemerkenswert, und einige Songs zeigen Browns zunehmendes Selbstbewusstsein als experimenteller Popmusiker auf.

Der Nordosten Brasiliens, aus dem Brown stammt, ist durch Gilberto Gil, João Gilberto, Hermeto Pascoal und Caetano Veloso berühmt geworden für die Einzigartigkeit seiner musikalischen Produktionen, wobei der Reichtum der Musik mit der Armut der Region kontrastiert. Brown, der als Bewohner von Salvador da Bahia normalerweise unter "Música Popular Brasileira" firmiert, weigert sich so kategorisiert zu werden – er würde seine Musik als "Música Popular Planetária" definieren.

Author: Haus der Kulturen der Welt

Bio

Antônio Carlos Santos de Freitas wurde am 11. November 1962 in Candeal Pequeno, einem Stadtteil in Salvador da Bahia, Brasilien, geboren. Schon früh begann er Perkussion zu lernen und sich mit ganz verschiedenen Musikstilen auseinander zu setzen. Als er im WR Radio von Salvador arbeitete, gestaltete er Werbejingles mit einem afro-brasilianischen Beat – und erfand dabei den Samba-Reggae. Weil er unterschiedliche Perkussionsinstrumente perfekt beherrschte, wurde Brown in den achtziger Jahren einer der gefragtesten Musiker in Bahia. 1985 nahm ihn Caetano Veloso in seine Begleitband. Seine Komposition "Meia Lua Inteira" auf Velosos 1985 erschienenem Album "O Estangeiro" wurde ein Hit. Danach begleitete er João Gilberto, Djavan und João Bosco auf ihren Welttourneen.
In den neunziger Jahren wurde Brown’s Name als Gründer und Frontmann von "Timbalada" weltbekannt. Die von ihm gegründete Gruppe umfasst mehr als 100 Perkussionisten und Sänger, die größtenteils aus Candeal stammen. 1992 nahm er an der sattelitenvermittelten Jamsession zur Eröffnung der Winterspiele in Lillehammer (Norwegen) zusammen mit Chuck Berry in den USA, Youssou N’Dour im Senegal und Aborigenes in Australien teil. Sérgio Mendes wählte fünf von Brown komponierte Tracks für sein Album "Brasileiro" (1993) aus, das 1994 einen Grammy gewann. 1996 spielte er gemeinsam mit den brasilianischen Hardrockern "Sepultura" und nahm sein erstes Soloalbum "Alfagamabetizado" auf. Marisa Monte produzierte 1998 mit ihm "Omelete Man", das in Salvador, Rio de Janeiro und New York aufgenommen und abgemischt wurde.

Works

Bahia Do Mundo – Mito E Verdade

Published Audio,
2001

...Pense Minha Bor…

Published Audio,
1999

Omelete Man

Published Audio,
1998

Timbalada Live

Published Audio,
1998

Vamos Dar a Volta No Guetho: Ao Vivo

Published Audio,
1998

Mãe de Samba

Published Audio,
1997

Alfagamabetizado

Published Audio,
1996

Mineral

Published Audio,
1996

Cada Cabeça è Um Mundo

Published Audio,
1995

Andei Road

Published Audio,
1995

Timbalada

Published Audio,
1993

Www

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