Daniel Sada

Article Bio Works Merits Projects www
crossroads:
Grenze, Wüste
genre(subgenre):
Geschriebenes & gesprochenes Wort (Dichtung, Erzählung, Roman)
region:
America, Central
country/territory:
Mexico
city:
Mexico City
created on:
May 27, 2003
last changed on:
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Article

Erfinder tragbarer Grenzen

Der 1953 in Baja California, im Norden Mexikos, geborene Daniel Sada ist einer der modernen zeitgenössischen Autoren Mexikos. Seit Beginn der achtziger Jahre schreibt er Erzählungen, Romane, Essays und Gedichte. Darüber hinaus veröffentlicht Sada in wichtigen mexikanische Zeitungen und Zeitschriften. Für seinen Erzählband „Registro de causantes“ („Erblasser-Verzeichnis“) erhielt er 1992 den Literaturpreis Xavier Villaurrutia. Seinen großen, auch internationalen Durchbruch erlangte er mit seinem 1999 veröffentlichten Roman „Porque parece mentira la verdad nunca se sabe“ („Weil sie als Lüge erscheint, erkennt man die Wahrheit nie“).
„Die Universalität“, so Daniel Sada, „kann nicht weit entfernt sein von dem Ort, an dem man lebt.“ (zit. nach: Literate World: www.littworld.com/spanish/2002/escritores/f1danielsada.htm)

Geboren und aufgewachsen im Norden Mexikos, in einem Dorf mit „1000 eher toten als lebendigen Einwohnern“, sind es die Erfahrungen eines Lebens in der Wüste im Norden Mexikos und an der Grenze zu den USA, die die Schriften von Sada prägen. Grenzüberschreitend ist auch sein Stil: Sada arbeitet mit Neologismen, Entlehnungen aus den verschiedenen Dialekten des Nordens, geläufigen Wortkreationen aus Spanisch und Englisch, dem so genannten „Spanglish“, und mit verschiedenen Versrhythmen. Sein innovatives Vokabular bezeichnet er selbst als eine „Hymne an die Nord-Dialekte, die Neologismen und die linguistische Vergiftung“.

Angeregt durch eine Lehrerin an der Schule in Coahuila, wo er aufwuchs, beschäftigte sich Daniel Sada zunächst vor allem mit der spanischen klassischen Literatur. Bis zu seinem Umzug in die Hauptstadt im Jahr 1975 sei er nicht über das „Siglo de Oro“ hinausgekommen. In Mexiko City begeisterte er sich dann für die zeitgenössische Literatur.

In den folgenden Jahren widmete er sich seinem Studium an der Journalistenschule Escuela Septién García in Mexiko-Stadt und dozierte an unterschiedlichen mexikanischen Universitäten und Hochschulen. Seit Anfang der achtziger Jahre schreibt er für diverse Zeitungen und Zeitschriften und veröffentlicht Erzählungen, Romane und Gedichte.

Ein erster Durchbruch gelang ihm 1992 mit dem Erzählband „Registro de causantes“ („Erblasser-Verzeichnis“), der mit dem Literaturpreis Xavier Villaurrutia ausgezeichnet wurde. „Ein guter Schriftsteller“, so Sada, „sollte die Literaturtheorie nicht mit der Geschichte vermischen, die er erzählen möchte.“ (ebenda) Diejenigen Autoren, die zum Theoretisieren neigten, hätten keine Vorstellungskraft. In seinen Schriften kreiert Daniel Sada sein eigenes Universum; lebendig und liebevoll erzählt er von den persönlichen und gesellschaftlichen Dramen des Lebens.

Vielfach wurde Sada als „Schriftsteller der Wüste“ gefeiert, da die Handlungen seiner Werke häufig in einer Wüste spielen. Er selbst aber ist mit dieser Zuschreibung nicht einverstanden. Vielmehr sieht Sada sich als Erfinder tragbarer Grenzen; die von ihm gewählten hybriden Stilelemente verwandeln die bestürzenden Szenen, die er in diesem unbewohnten, öden Raum heraufbeschwört, in lebendige, tragfähige Orte.

Im Alter von 19 Jahren erlebte Daniel Sada seine erste Wahl in Mexiko-Stadt. Als er gerade seine Stimme abgeben wollte, wurde die Wahlurne von Angehörigen des Militärs weggetragen – eine Erfahrung, die ihn geprägt hat und die er in seinem Roman „Porque parece mentira la verdad nunca se sabe“ („Weil sie als Lüge erscheint, erkennt man die Wahrheit nie“) aufnimmt. Mit „Porque parece mentira la verdad nunca se sabe“, an dem Sada vier Jahre lang arbeitete und der 1999 nach mehreren Ablehnungen von Verlagen veröffentlicht wurde, gelang Sada einer der ganz großen mexikanischen Romane der letzten Jahre. Er brachte ihm nicht nur Anerkennung im eigenen Land, sondern auch weit über die Landesgrenzen hinaus.

„Porque parece mentira la verdad nunca se sabe“ ist eine Familiensaga, in der Sada die Themen Korruption, Träume, Liebe und Leidenschaft thematisiert, mit unterschiedlichen zeitlichen Ebenen sowie eingebetteten Dialogen arbeitet und das Spanische mit den typischen Ausdrücken der Bewohner der mexikanischen Grenzregion vermischt.

Eine besondere Stärke des Romans liegt in der Herausarbeitung der 90 Charaktere, die der Autor so realistisch wie möglich darstellt und deren Alltags-sprache er authentisch wiedergibt. Dazu sei, so Sada, eine wahre „Laborarbeit“ vonnöten gewesen. (vgl: La Jornada, Mai, 1999: www.jornada.unam.mx/1999/may99/990523/cul-sada.html)

Author: Ruth Lemmen 

Bio

Daniel Sada wurde am 25. Februar 1953 in Mexicali, im Norden Baja Californias, unweit der Grenze zu Kalifornien geboren, und wuchs in Coahuila in der Wüste Desierto de Altar auf. Schon während seiner Schulzeit entdeckte er seine Leidenschaft für die klassische spanische Literatur und betreute schon früh Literaturworkshops mit zeitgenössischen Autoren aus dem Norden Mexikos.

1975 zog er nach Mexiko-Stadt und absolvierte dort sein Studium (Journalismus und Hispanistik) an der Journalistenschule Escuela Septién García. In der Hauptstadt wandte er sich mit Begeisterung der zeitgenössischen Literatur zu.

Seit Beginn der achtziger Jahre schrieb er literarische Texte, die er teilweise auch veröffentlichte. Daniel Sada publizierte bereits in den wichtigsten Zeitungen und Zeitschriften Mexikos (Vuelta, Letras Libres, Proceso und La Jornada Semanal) und schrieb Artikel für die Diorama de la Cultura, eine Beilage des Excélsior, für Sábado, eine Beilage von Uno Más Uno sowie für die Zeitschrift Revista de la Universidad de México.

Einige seiner Texte sind auch im Ausland erschienen, so z.B. im New Yorker Enlace und in Ledo (Guatemala). Sada wurde als Teilnehmer in die Juries unterschiedlicher nationaler Literaturpreise und -auszeichnungen eingeladen und übernahm Lehrtätigkeiten an diversen Universitäten und Hochschulen in ganz Mexiko(u.a. Universidad Autónoma de Zacatecas, Escuela de Periodismo Carlos Septién García und Academia Hispano-Americana de San Miguel de Allende).

1992 wurde er für seinen Erzählband „Registro de causantes“ („Erblasser-Verzeichnis“) mit dem Literaturpreis Xavier Villaurrutia ausgezeichnet. Sein Roman „Porque parece mentira la verdad nunca se sabe“ („Weil sie als Lüge erscheint, erkennt man die Wahrheit nie“)wurde 1999 veröffentlicht und brachte ihm nicht nur den Respekt und die Anerkennung im eigenen Land, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus.

Works

Aquí

Published Written,
2008
Gedichte. FCE

Casi nunca

Published Written,
2008
Roman. Anagrama

La duración de los empeños simples

Published Written,
2006
Roman. Joaquín Mortiz

El amor es cobrizo

Published Written,
2005
Gedichte. Ediciones Sin Nombre

Ritmo delta

Published Written,
2005
Roman. Planeta Mexicana

Albedrío

Published Written,
2003
Roman.

Todo y la recompensa. Cuentos completos

Published Written,
2002
Kurzgeschichte. Debate

Luces artificiales

Published Written,
2002
Roman. Joaquín Mortiz

Porque parece mentira la verdad nunca se sabe

Published Written,
1999
Roman.

Una de dos

Published Written,
1994
Roman.

Registro de causantes

Published Written,
1992
Erzählungen.

Tres historias

Published Written,
1990
Erzählungen.

Los siete pecados capitales

Published Written,
1989
Erzählungen.

Un Rato

Published Written,
1985
Erzählungen.

Juguete de nadie y otras historias

Published Written,
1985
Erzählungen.

El cuento está en no creérselo

Published Written,
1985
Essays.

Lampa vida

Published Written,
1980
Roman.

Los lugares

Published Written,
1978
Gedichte.

Merits

1978-1979
Preis des Mexican Writers´ Centre (Centro Mexicano de Escritores)

1980-1981
Preis für Poesie vom Instituto Nacional de Bellas Artes (INBA/FONAPAS)

1991-1992
Preis des Fondo Nacional Para La Cultura Y Las Artes (FONCA)

1992
Xavier Villaurrutia Literaturpreis für „Registro de Causantes“

1994
Mitglied des Sistema Nacional de Creadores Artísticos (SNCA)

1999
Premio Nacional de Literatura José Fuentes Mares für “ Porque parece mentira la verdad nunca se sabe“

2006
Premio Nacional de Narrativa Colima para Obra Publicada, für „Ritmo Delta“

2008
Premio Herralde de Novela für „Casi nunca“

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

MEXartes-berlin.de

The Mexico-festival in Berlin

(15 September 02 - 01 December 02)

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Artikel/Bibliografie von und über Daniel Sada

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Kurzgeschichte von Daniel Sada