Pedro Luis Ferrer

Article Bio Works
crossroads:
Armut, Zensur
genre(subgenre):
Musik (Guaracha)
instruments:
Gitarre
region:
America, Caribbean
country/territory:
Cuba
city:
Havana
created on:
May 22, 2003
last changed on:
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Lieder aus Kuba

Pedro Luis Ferrer gilt in seiner Heimat Kuba seit den sechziger Jahren als einer der populärsten Chansonisten. Gefeiert als die Stimme der Armen, öffentlich jedoch lange Zeit verboten, sind seine Lieder sozialkritische und oft satirische Zeugnisse vom Leben und Überlebenskampf in der kubanischen Gesellschaft.
Pedro Luis Ferrer gilt in seiner Heimat Kuba seit den sechziger Jahren als einer der populärsten Chansonisten. Seit fast drei Jahrzehnten singt er von Problemen und Bedürfnissen des einfachen Volkes in der kubanischen Gesellschaft, von staatlicher Willkür und von der Diskriminierung politischer und sozialer Minderheiten. So populär seine Chansons - basierend auf der klassischen „Guaracha“ und zusammen mit neueren kubanischen Stilen zu modernen „Trovas“ umgesetzt - beim seinen Hörern wurden, so sehr versuchte die Regierung, sein Schaffen zu reglementieren. “Moralisch zersetzend“ seien seine polemischen, subtil-kritischen Texte, „kontrarevolutionär“ seine steten Bemühungen um Gerechtigkeit und Toleranz, so die Begründung für Ferrers Indikation auf der gefürchteten „Schwarzen Liste“, die ein nationales Auftritts- und Publikationsverbot zur Folge hatte. Was ihn von der politischen und musikalischen Bildfläche verschwinden lassen sollte, kehrte sich jedoch ins Gegenteil: mehr als je zuvor wurde er gefeiert. Andere Sänger wie Papo Luca, Danny Rivera, Willy Chirino und Celia Cruz nahmen später seine Stücke auf und sorgten so ebenfalls für deren Verbreitung.

Ferrer, selbst in armen Verhältnissen aufgewachsen, sagt über seine Musik: „Ich habe immer versucht, eine ästhetische Ausdrucksform zu finden, die der Integrität meiner Aussagen nicht im Wege steht. Ich möchte, dass sie auf die Umstände hinweist, aus der sie entstanden ist“. Obwohl die Gitarre sein Lieblingsinstrument ist, beherrscht der Autodidakt auch die „Tres“ (ein gitarrenähnliches Instrument) und die Laute.

1965 zog er als Amateurmusiker nach Havanna und wurde bald Mitglied in verschiedenen Bands, wobei er u. a. mit Carlos Alfonso spielte. Später ging er zusammen mit Mike Porcella zur Gruppe „Los Dada“, die in ihrer experimentellen Musik kubanische Elemente mit modernem Rock verbanden. Gerade diese Kombination brachte ihn, wie er sagt, wieder zu seinen eigenen ländlichen musikalischen Wurzeln zurück.

Auf Einladung des polnischen Rundfunks reiste er 1974 als Solosänger erstmals nach Europa, wo er seitdem immer wieder aufgetreten ist, ebenso wie in Mexiko, Peru und den USA. 1999 erschien sein erstes Album.

Veranstaltungen im HKW:
29. Januar 1994
Pedro Luis Ferrer
Noches Cubanas
Veranstalter: Haus der Kulturen der Welt

Bio

Geboren 17.09.1952 in Yanguaji, Provinz Las Villas, Kuba
1965 Umzug nach Havanna und erste Aktivitäten als Musiker
1974 erste Auftritte in Europa
1999 Plattenvertrag mit Caliente Music / Atlantic

Works

Diskographie (Auswahl)

Published Audio
Before Night Falls, (Various Artists), 2001 Pedro Luis Ferrer, 1999 Anthology of Nueva Trova Cubana, (Various Artists), 1998