Chindo Ssikkim Kut Preservation Group

Article Projects
additional name:
Park Pyong Chon, Park Pyong Woon, Park Hwan Young, Kim Oh Hyun, Lee Tae Baek, Lee Suk Joo, Chong Suk Cha, Kim Min Ja, Park Mi Ouk, Song Soon Dan, Lim Soo Jung, Kang Eun Yung, Genre
crossroads:
Ritual, Schamanismus, Tradition
genre(subgenre):
Musik (allgemein)
Performing Arts (Tanz)
region:
Asia, Eastern
country/territory:
Korea, South (Republic of Korea)
created on:
May 19, 2003
last changed on:
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 Chindo Ssikkim Kut Preservation Group
Begräbnis-Ritual von der Insel Chindo

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Rituale von der Insel Chindo

Das 12-köpfige traditionelle Musik- und Tanzensemble "Chindo Ssikkim Kut Preservation Group" wurde von Park Pyong-Chon, einem Meister des schamanistischen Rituals, gegründet. Es ist weltweit die einzige Gruppe, die das Ritual "Chindo Sikkim Kut" beherrscht.
Das 12-köpfige traditionelle Musik- und Tanzensemble "Chindo Ssikkim Kut Preservation Group" wurde von Park Pyong-Chon, einem Meister des schamanistischen Rituals, gegründet. Er stammt aus einer Familie, die sich seit mehr als 250 Jahren mit dem Schamanismus beschäftigt und wurde auf der Insel Chindo geboren. Von Kindheit an hat er sich mit dem Ssikkim Kut, Gesang, Tanz und Instrumentalmusik vertraut gemacht und später eine eigene Schule gegründet. Hier bemüht er sich um die Pflege, Weitergabe und wissenschaftliche Erforschung des kulturellen Erbes seiner Heimat. Für seine Tätigkeit als Schamanenmusiker wurde Park Pyong-Chon gemeinsam mit einer Gruppe von Musikern von der südkoreanischen Regierung zum "unantastbaren Kulturgut" erklärt. Diese Ehrung läßt sich vor allem darauf zurückführen, dass der Schamanismus in den letzten zwei Jahrzehnten eine wesentliche Rolle bei der kulturellen und künstlerischen Selbstbestimmung Südkoreas spielt.

Bereits 1985 hat Park Pyong-Chong am Berliner Musikfestival teilgenommen und ist danach in 32 Städten und sechs Ländern aufgetreten. Ende Dezember 1999 führte er zur Begrüßung des neuen Jahrtausends gemeinsam mit Nam June Paik ein Ritual durch, das weltweit übertragen wurde.

Obwohl das schamanistische Ritual Ssikkim Kut überall in den südwestlichen Regionen Koreas anzutreffen ist und allgemein als die am höchsten entwickelte Form schamanistischer Zeremonien in Korea gilt, hat sich gerade auf der Insel Chindo die wohl authentischste Tradition erhalten. Der Name der Zeremonie stammt von dem Verb "ssikkida" ab, was soviel bedeutet wie "jemanden waschen". Der Zusatz "kut" ist der gebräuchliche koreanische Terminus für eine schamanische Zeremonie. Heute dienen sie meist dazu, sicherzustellen, dass die Seele eines gerade Verstorbenen das Diesseits verlässt und ihren Weg ins Jenseits findet. In dieser Funktion wird die Zeremonie in der Nacht vor einem Begräbnis im Hof des betroffenen Hauses abgehalten.

Musik und Tanz dienen traditionell der Unterhaltung der Geister, Speisen und Getränke ihrer Erquickung. Der Schamane fordert sie zunächst zum Tanz auf. Anschließend wird mit einer Reihe ritueller Handlungen die Seele des Verstorbenen auf ihren Eintritt ins Jenseits vorbereitet, indem die noch andauernde Wirkung negativer Handlungen neutralisiert wird. Zum Höhepunkt der Zeremonie wird eine symbolische Darstellung der Person aus Bildern und Kleidern mehrfach gewaschen und schließlich wird der Seele der Weg ins Jenseits gezeigt. Zum Abschluss wird der Altar verbrannt, um den Verstorbenen und alle anderen Geister daran zu hindern, wieder in den Hof des Hauses zurückzukehren.

Die Musik schamanistischer Rituale in Asien unterscheidet sich in der Regel deutlich von jeglicher anderer Musik. In der schamanistischen Musik Koreas werden Vokalstile als Unterscheidungsmerkmal verwandt, Töne werden mehrere Sekunden angehalten, wodurch der Gesang ein langsames, meditatives Tempo bekommt. Dennoch besteht eine bemerkenswerte Überschneidung zwischen säkularer und schamanistischer Musik vieler Provinzen Koreas. Dem Schamanismus wird in Korea eine wesentliche Bedeutung für die Entwicklung weltlicher Musik zugeschrieben, große Teile des traditionellen, weltlichen Musikkanons werden auf schamanistische Wurzeln zurückgeführt. Viele Musiker Koreas, die Schamanen bei ihren Ritualen begleiten, agieren auch als Berufsmusiker. Die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen Schamanen und Musikern lassen sich nicht zuletzt aus der Tatsache ableiten, dass beide vor den Reformen im 19. Jahrhundert zur Kaste der Ausgestoßenen, chónmin, zählten.

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

Festival of Traditional Music

(11 June 89 - 15 October 97)