Moshekwa Mokwena Langa

Article Bio Projects
crossroads:
Apartheid, Identität, Medien
genre(subgenre):
Bildende Kunst (Collage, Installation, Videokunst, Zeichnung)
region:
Africa, Southern, Europe, Western
country/territory:
South Africa, Netherlands
created on:
June 21, 2003
last changed on:
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Landkarten der Kunst

Moshekwa Mokwena Langa, 1975 in der südafrikanischen Nordprovinz geboren, gehört zu den herausragenden Vertretern der jungen Künstlergeneration in Südafrika. Ästhetisch durch Fernsehen und MTV geprägt, lässt sich Langa nicht auf ein bestimmtes künstlerisches Medium festlegen. In seinen Collagen, raumgreifenden Installationen und Videofilmen behandelt er vornehmlich Themen wie territoriale Vorherrschaft, Ausbeutung, Identität und gesellschaftliche Zugehörigkeit. Langa lebt in Johannesburg und in Amsterdam.
Moshekwa Mokwena Langa, 1975 in der südafrikanischen Nordprovinz geboren, gehört zu den herausragenden Vertretern der jungen Künstlergeneration in Südafrika. Ästhetisch durch Fernsehen und MTV geprägt, lässt sich Langa nicht auf ein bestimmtes künstlerisches Medium festlegen. In seinen Collagen, raumgreifenden Installationen und Videofilmen behandelt er vornehmlich Themen wie territoriale Vorherrschaft, Ausbeutung, Identität und gesellschaftliche Zugehörigkeit. Langa lebt in Johannesburg und in Amsterdam.

Im April 1994 fanden in Südafrika die ersten demokratischen Wahlen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges statt. Zu diesem Zeitpunkt war Moshekwa Mokwena Langa neunzehn Jahre alt, hatte gerade die Waldorf-Schule in Pretoria absolviert – und sollte am Beginn einer sich rasant entwickelnden Künstler-Karriere stehen. Seine erste Einzelausstellung hatte Langa 1995 in der Rembrandt van Rijn Art Gallery in Johannesburg, danach ging es Schlag auf Schlag. 1996 nahm er an der Ausstellung „Colours – Kunst aus Südafrika“ im Haus der Kulturen der Welt in Berlin teil, 1997 wurde Langa zu den Biennalen in Johannesburg, Havanna und Istanbul eingeladen. 1998 folgten unter anderen die São Paulo Biennale und eine Einzelausstellung im renommierten Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam.

Langa, 1975 in Bakenberg in der Nordprovinz geboren, zählt zu jenen zeitgenössischen Künstlern, die ästhetisch durch Fernsehen und MTV-Videoclips geprägt wurden und sich bei ihrer Arbeit nicht auf ein bestimmtes Medium beschränken wollen. Bekannt wurde er mit Zeichnungen und Collagen, die übermalte Landkarten zeigen, denen er den Serientitel „New Visual Atlas“ gab. Über diesen „New Visual Atlas“, in dem sich auch andere alltägliche Fundstücke wie Fotografien, Geschäftsbilanzen und Abrechnungen finden, schrieb einmal ein Kritiker, Langa definiere damit „den Kontinentaldrift neu“.

Das darf man ruhig auch in einem übertragenen Sinn verstehen. Gerade in Südafrika, ein wie so viele andere Staaten des Kontinents am Reißbrett mehr oder weniger willkürlich entstandenes Gebilde, haben Geographie und geopolitische Leitlinien schon immer eine besondere Rolle gespielt. Kolonialismus und Usurpation, die Grenzziehung und Ausgrenzung der Apartheid, Städte mit einem „weißen“ Zentrum und den „schwarzen“ Townships – am Kap der guten Hoffnung herrschte jahrzehntelang ein gesellschaftliches System, welches die Brüche innerhalb dieser Gesellschaft so deutlich werden ließ wie sonst in kaum einem anderen afrikanischen Land.

Dass dies Fragen aufwarf, die generell in der internationalen Kunst der neunziger Jahre dominierten, dies allerdings in potenzierter Form, liegt auf der Hand. Und so schwingen auch in Langas Arbeiten Themen wie nationale Zugehörigkeit, Identität und die Konstruktion von Identität, wie territoriale Aneignung, Kämpfe ums Revier und subtilere Arten der Gewalt stets in hervorgehobener Weise mit.

Das gilt auch für die großen raumgreifenden Installationen des Künstlers: Auch dort werden an sich banale Gegenstände durch geringe Sinnverschiebungen symbolisch aufgeladen, etwa in dem Werk, das Langa 1997 auf der Johannesburg Biennale präsentierte. Die Installation hieß etwas umständlich, aber andererseits sehr sprechend „Temporal Distance (with a Criminal Intent). You will find us in the best places...“ – zu sehen waren unzählige Garnrollen, wie sie in industriellen Spinnereien verwendet werden, die Langa im ganzen Raum auf dem Boden verstreut hatte. Manche dieser Rollen waren noch unbenutzt, andere wiederum schon zum Teil aufgerollt, dazwischen standen Flaschen mit verschiedensten, meist alkoholischen Getränken. Das sieht auf den Fotos von der Biennale noch heute auf den ersten Blick heiter und verspielt aus, all die bunten Garne und Flaschen – und trotzdem kommt man nicht umhin, angesichts dieses Wirrwarrs über Themen wie Arbeit, Ausbeutung und Abhängigkeit nachzudenken.

Ein weiteres Medium, in dem Langa bevorzugt arbeitet, ist der Videofilm. Und auch dort bedient er sich formal betrachtet der Dokumentation – freilich nur, um die Konnotationen und Grenzen des Genres zu verschieben, auszuweiten oder auch zu konterkarieren. Inzwischen ist Langa der wohl exponierteste Vertreter der ganz jungen Künstlergeneration in Südafrika. Langa lebt in Johannesburg und seit 1997 auch in Amsterdam, wo er ein Stipendium der Amsterdamer Rijksakademie van Beeldende Kunsten erhielt.
Author: Ulrich Clewing

Bio

1975 in Bakenberg in der Nordprovinz geboren
1993 Abschluss der Waldorf-Schule, Pretoria
Seit 1996: Freiberuflicher Fernseh-Produzent bei der South African Broadcasting Company
1997/98 Stipendiat der Rijksakademie van Beeldende Kunsten, Amsterdam
Lebt in Johannesburg und Amsterdam

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

The Short Century

Independence and Liberation Movements in Africa

(18 May 01 - 29 July 01)

Colours

Contemporary Art from South Africa

(24 May 96 - 18 August 96)