Jabbar Yassin Hussein

Article Works www
crossroads:
Exil, Politik
genre(subgenre):
Geschriebenes & gesprochenes Wort (allgemein)
region:
Middle East, Europe, Western
country/territory:
Iraq, France
created on:
June 17, 2005
last changed on:
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Jabbar Yassin Hussein wurde 1954 in Bagdad, Irak, geboren. Er wuchs in einem laizistischen und politisch links orientierten Umfeld auf. Nachdem die Ba’ath-Partei 1968 die Macht übernommen hatte (mit Saddam Hussein als Chef des Ministeriums für Staatssicherheit), schloss er sich im Alter von 14 Jahren der Kommunistischen Partei an. Wegen seiner politischen Aktivitäten, u. a. als Vorstand der kommunistischen Jugend Bagdads, wurde er bereits in seiner Schulzeit mehrmals inhaftiert und gefoltert.
Als 1973 die Kommunistische Partei von der Ba’ath-Partei vereinnahmt wurde, gab er seine Mitgliedschaft auf. Seither stand er unter ständiger Beobachtung des Regimes von Saddam Hussein. Er war an der Universität in Bagdad eingeschrieben und kurze Zeit als Journalist tätig, durfte jedoch weder sein Studium, noch seine Arbeit fortsetzen. Stattdessen schrieb er Novellen, Erzählungen und Märchen für Kinder. 1976 drohte ihm eine erneute Inhaftierung, weshalb er das Land überstürzt verlassen musste. Er floh nach Frankreich. Dort gründete er mit befreundeten Exilanten die Zeitschrift „Aswat“ (Ü: Die Stimme), die sich kritisch gegenüber Saddam Hussein äußerte.

Jabbar Yassin Hussein schreibt neben Kurzgeschichten und Erzählungen auch Artikel für diverse Zeitungen und Magazine. Er behandelt in seinen Texten vor allem die traumatische Erfahrung des Exils, den Verlust von Heimat und Identität. „Ich schrieb, um mich an das zu erinnern, was ich verlassen hatte.“ Er verfasst seine Texte auf arabisch – eine ebenso bewusste wie emotionale Entscheidung, da seine Muttersprache durch die Dominanz der Exilsprache Französisch in ihrer Ausdruckskraft relativiert wurde.

Seit Anfang der neunziger Jahre wurden seine Bücher in Frankreich veröffentlicht, darunter „Adieu, l’enfant“ (1996), eine sehr persönliche Annäherung an die Geschichten und Ereignisse seiner Kindheit. Seine Erzählungen „Le lecteur de Bagdad. Contes et nouvelles“ (2000) und „Histoires de jour, contes de nuit“ (2003) erinnern an sein Leben in der Heimat. Im selben Jahr erschien „Paroles d’argiles. Un Irakien en exile“, eine Sammlung von Artikeln, Kommentaren und Reden zur aktuellen Situation im Irak, die in der arabischen Presse veröffentlicht wurden. Seine Texte wurden in acht europäische Sprachen übersetzt. Jabbar Yassin Hussin lebte seit 1992 in der Nähe von La Rochelle in Frankreich. Nach 27 Jahren im französischen Exil kehrte Jabbar Yassin Hussein im Mai 2003 nach Bagdad zurück.
Author: Internationales Literaturfestival Berlin (ilb)

Works

Paroles d´argile

Published Written,
2003
Atelier du Gué: Villelongue d´Aude

Histoires de jour, contes de nuit

Published Written,
2002
Atelier du Gué: Villelongue d´Aude

Le Lecteur de Bagdad

Published Written,
2000
Atelier du Gué: Villelongue d´Aude

Yémen-Détours

Published Written,
2000
L´Esprit des Péninsules: Paris

Adieu l´enfant

Published Written,
1996
Atelier du Gué: Villelongue d´Aude

Un Ciel assombri d´étoiles

Published Written,
1993
Atelier du Gué: Villelongue d´Aude

Aux Rives de la folie

Published Written,
1991
L´Harmattan: Paris

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