Hassan Hakmoun

Article Bio Works Projects Video Audio
crossroads:
Moderne, Ritual, Tradition, Trance
genre(subgenre):
Musik (Gnawa-Fusion)
region:
Africa, Northern, America, North
country/territory:
Morocco, United States of America
city:
Marrakech, New York
created on:
May 16, 2003
last changed on:
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Hassan Hakmoun
Hassan Hakmoun © Anna Gabriel & Kate Lacey

Article

Der Gnawa-Globetrotter

Das Wort Gnawa steht im Maghreb sowohl für ein musikalisches Genre als auch für die Musiker, auf die es zurückgeht. Hassan Hakmoun (geb. 1963) ist der Gnawa-Musiker aus Marokko, der die Tradition seiner Heimat am weitesten in die Welt hinaus getragen hat.
Hassan Hakmoun wurde 1963 in Marokko, in der Stadt Marrakesch, in eine Musikerfamilie hinein geboren. Im Alter von sieben Jahren wurde er in die traditionellen Trance-Rituale, die Kunst und die Folklore der Gnawi eingeführt.
Als Gnawi werden in Marokko die Nachfahren ehemaliger Sklaven bezeichnet. Sie sind in religiösen Bruderschaften organisiert und gelten im Maghreb als spirituelle Autoritäten und Heiler, als Mittler zwischen der geistigen und der materiellen Welt, gleichzeitig aber auch als Unterhalter. Zu den typischen Instrumenten der Gnawa-Musik zählt die Sintir, eine dreisaitige Basslaute, die quarkabeb genannten Metallkastagnetten sowie die großen Rahmentrommeln, die tbel oder ganga heißen.

Hassan Hakmoun wuchs von Kindesbeinen an mit der Musik der Gnawis auf, lernte ihre Tänze und Lieder und spezialisierte sich auf Perkussion und Gesang. Ab seinem vierzehnten Lebensjahr verbrachte er einige Jahre im Gefolge bekannter Gnawa-Meister und bewährte sich als fahrender Musiker und Straßenkünstler im spontanen Spiel auf der Straße.

1987 kam Hassan Hakmoun mit einer Gruppe von Gnawa-Musikern – der "Trio Gna & Nomadas"-Tanzgruppe – für einen Auftritt nach New York und entschied sich spontan, dort zu bleiben. Richard Horowitz, ein amerikanischer Komponist und Keyboardspieler, half Hakmoun, der zunächst kein Wort Englisch sprach, sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden, seinen Aufenthalt zu regeln und erste, wichtige Kontakte zu knüpfen. Horowitz selbst war in den siebziger Jahren auf den Spuren von Paul Bowles und den Beatniks durch Marokko gereist und hatte dort das Spiel der marokkanischen Ney-Flöte gelernt. Nachdem er sich in den achtziger Jahren in New York niedergelassen hatte, arbeitete er als Musiker mit der (ebenfalls in New York lebenden) persischen Sängerin Sussan Deyhim zusammen und schrieb Filmmusiken, unter anderem für Bernardo Bertoluccis "Der Himmel über der Wüste".

Horowitz ist auch auf dem Album "Life around the World" zu hören, mit dem Hassan Hakmoun 1990 ein erster Achtungserfolg in der neuen Heimat gelang, der ihm die Tür zu weiteren Engagements öffnete. So wurde auch Peter Gabriel auf den marokkanischen Musiker aufmerksam und konnte ihn für sein Real World-Label gewinnen, wo Hassan Hakmoun 1993 das Album "Trance" veröffentlichte. Produziert wurde die Platte von Simon Emerson, der später das "Afro Celt Sound System" aus der Taufe hob. Hassan Hakmouns hypnotische Gnawa-Rhythmen verschmolzen unter Mitwirkung seiner Mitmusiker auf dem Album zu einem psychedelischen, vielgestaltigen Groove.

In den Jahren 1992 und 1994 war Hassan Hakmoun an den renommierten WOMAD-Tourneen beteiligt, 1994 auch zu Gast bei der Neuauflage des Woodstock-Festivals. Während dieser Zeit hatte er in den USA auch Auftritte in großen TV-Shows, so etwa in Jay Lenos "The Tonight Show" oder in "Night Music" mit David Sanborn (beide laufen auf NBC). Neben seinen diversen Solo-Alben, die auf verschiedenen Labels erschienen und nicht mehr alle erhältlich sind, hat Hassan Hakmoun an vielen Produktionen bekannter Künstler mitgewirkt, darunter an Alben von John Cale, dem Kronos-Quartett und dem südafrikanischen Jazz-Musiker Pops Mohammed.

Author: Daniel Dax

Bio

1963 wurde Hassan Hakmoun in der Stadt Marrakesch in Marokko geboren. Schon als Kind wuchs er mit der Musik der Gnawis, der mythischen Sufi-Bruderschaften des Maghrebs, auf. Seine ersten Sporen verdiente er sich auf der Straße – als Musiker und Künstler im Gefolge eines Gnawa-Meisters.
1987 verschlug es Hassan Hakmoun mit einer Gnawa-Gruppe für einen Auftritt nach New York, wo er sich kurzerhand niederließ. Dort fand er Unterstützung durch den Komponisten und Keyboardspieler Richard Horowitz und beteiligte sich an Plattenaufnahmen anderer Künstler.1990 spielte er sein erstes eigene Album ein, mit dem er über die einschlägigen Weltmusik-Kreise hinaus erste Bekanntheit erlangte. Sein Erfolg in den USA führte ihn Mitte der neunziger Jahre mehrmals nach Europa, wo er unter anderem für Peter Gabriels Real World-Label 1993 sein bisher bekanntestes Werk "Trance" einspielte. Daneben ist Hassan Hakmoun als gefragter Instrumentalist auch mehrmals auf Alben anderer Musiker unterschiedlichster Musikgattungen, von Pop über neue Klassik bis Jazz, in Erscheinung getreten.

Works

Trance

Published Audio,
2007
Real World Records

Trance

Published Audio,
2003
Real World

The Gift

Published Audio,
2002
Triloka Records

Gift of Gnawa

Published Audio,
2000
Blue Flame

Gnawa Music Of Marocco

Published Audio,
1997
Motw (NEW MUSIC PUBL.)

The Fire Within

Published Audio,
1995
Music Of The World

Trance

Published Audio,
1993
Real World/Virgin

Zahar

Published Audio,
1992

Gnawa Music of Marrakesh

Published Audio,
1991
Axiom

Life around the World

Published Audio,
1990
Alula/Exil

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

The Back Room

(01 January 98 - 14 June 05)
video

Konzertausschnitt

aus "The Back Room - Funk is the element"
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audio

"Ma Bud Allah"

aus der CD "Gift of the Gnawa"
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