Eduardo Lizalde

Article Works
crossroads:
Marxismus, Politik
genre(subgenre):
Geschriebenes & gesprochenes Wort (allgemein)
region:
America, Central
country/territory:
Mexico
created on:
June 17, 2005
last changed on:
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Eduardo Lizalde wurde 1929 in Mexiko, Distrikt Federal, geboren. Er studierte an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) Philosophie und Literatur. Zusammen mit Gonzales Rojo rief Lizalde 1948 die literarische Bewegung des „Poeticismo“ ins Leben, die mit der ihrer Meinung nach vorherrschenden Unklarheit und Ungenauigkeit im Ausdruck und in der Struktur der zeitgenössischen Lyrik brechen wollte. Der oberste poetologische Vorsatz dieser Bewegung war demnach die Eindeutigkeit des poetischen Ausdrucks, sowohl in der Präzision der angewandten Bilder, als auch in ihren Wirklichkeitsbezügen.
1955 trat Eduardo Lizalde der Kommunistischen Partei bei. In dieser „politischen Phase“ publizierte er in „La Voz de México“, einer der größten politischen Zeitungen Mexicos, Gedichte, die von ideologisch-sozialistischer Thematik geprägt waren. 1960 kam es zum Zerwürfnis, woraufhin er sich für immer jeder parteilich gebundenen politischen Aktivität entzog. Seit 1969 ist der Autor als Professor für spanischsprachige Literaturen an der UNAM tätig, wo er zeitweilig verschiedene leitende Tätigkeiten innehatte. 1975-76 wurde er zum Generalsekretär des Nationalrates für Kultur, 1987 Direktor des öffentlichen Fernsehens. Den Vorsitz des mexikanischen P.E.N.-Clubs hatte er von 1988 bis 1994 inne. Heute ist er Generaldirektor der Mexikanischen Staatsbibliothek.

Darüber hinaus ist Eduardo Lizalde als Autor von neun Lyrikbänden, einem Roman sowie zahlreichen Erzählungen und Novellen einer der präsentesten Schriftsteller der mexikanischen Gegenwartsliteratur. Sein erster Gedichtband „La mala hora“ (1956) weist eine Vielzahl poetischer Formen auf. Thematisch ist der marxistische Einfluss, unter dem Lizalde zu dieser Zeit stand, vorherrschend. In seinem zweiten Buch „Cada cosa es Babel“ (1966) dagegen widmet er sich einer weitgehenden Sprachreflexion, einer fast ins Metaphysische reichenden Suche nach der Essenz und dem Wesen der Wörter.

Für „El tigre en la casa“ (1970), von der Kritik für sein bestes Buch erklärt, das von der Auseinandersetzung mit Symbolen der mexikanischen Kultur handelt, die im modernen Alltag des Landes eine stets präsente und subtile Rolle spielen, erhielt der Dichter 1974 den „Premio Nacional de Poesía de Aguascalientes“. Der darauf folgende Band „La zorra enferma“ ist eine reiche Sammlung an kurzen Epigrammen, die das Experiment unternehmen, sich gegen alle politischen und metaphysischen Systeme, die der Sprache wie eine Art doppelter Boden anhaften, zu sperren. Im gleichen Jahr erhielt er dafür den „Asguascalientes-Lyrikpreis“. In seinem Roman „Siglo de un día“ (1993) verknüpft Lizalde stark autobiographische Elemente mit einer historischen Dokumentation der Zacatecas-Schlacht von 1914, bei das Regime Huertas endgültig von den Konstitutionalisten geschlagen wurde.

Lizalde war Mitarbeiter und Mitbegründer einer Vielzahl von Zeitungen und Zeitschriften, u.a. der Tageszeitung „El Universal“. 1988 erhielt er den mexikanischen Nationalpreis für Literatur und Sprache und 2002 den iberoamerikanischen Ramón López Velarde-Preis. © internationales literaturfestival berlin
Author: Internationales Literaturfestival Berlin (ilb)

Works

Manual de flora fantástica

Published Written,
1997
Cal y Arena: México

Siglo de un día

Published Written,
1993
Vuelta: México

El tigre en la casa

Published Written,
1970
Universidad de Guanajuato: México

Cada cosa es Babel

Published Written,
1966
UNAM: México

Ma mala hora

Published Written,
1956
Los Presentes: México