Ong Keng Sen

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crossroads:
Gender, Identität, Körper, Moderne, Tradition
genre(subgenre):
Performing Arts (Doku-Performance, Tai Chi)
region:
Asia, Southeast
country/territory:
Singapore
city:
Singapore, New York
created on:
May 14, 2003
last changed on:
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Ong Keng Sen
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Article

Konfrontation des Selbst mit den Anderen

Ong Keng Sen ist künstlerischer Direktor der 1985 gegründeten Theatergruppe "Theatre Works" aus Singapur. Furore machte er 1997 mit seiner sensibel zwischen europäischen und asiatischen Kulturen balancierenden Fassung von "King Lear", die 1999 auch beim Berliner Festival "Theater der Welt" gezeigt wurde. Daneben hat Keng Sen das Genre der "Doku-Performance" entwickelt. Darin untersucht er zeitgenössische asiatische Identität durch eine Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen und dem kulturell Anderen.
Ong Keng Sen ist Leiter und Regisseur der Theatergruppe "Theatre Works". Er arbeitet engagiert an der Entwicklung einer neuen asiatischen Identität und Ästhetik für das 21. Jahrhundert. Obwohl er an der New York University in zeitgenössischer Performance ausgebildet wurde, beziehen sich seine modernen Produktionen oft auf traditionelle Konzepte.

Seit Jahren engagiert er sich intensiv für den interkulturellen Austausch mit anderen, meist asiatischen Künstlern. 1995 rief er das innerasiatische "The Flying Circus Project" ins Leben, das die extremen Differenzen unter "Asiaten" aufzeigt. Das langfristig angelegte Forschungs- und Entwicklungsprogramm erkundet die asiatische Ausdruckskunst des 21. Jahrhunderts. Theater, Tanz, Musik, visuelle Künste, Dokumentarfilm und Ritual werden in Klassen, Seminaren und Workshops vorangetrieben. Im Mittelpunkt stehen die kreativen Strategien einzelner Künstler aller Sparten von traditioneller bis zu zeitgenössischer Kunst. 1999 fand dieser innerasiatische Dialog in der Gründung des "Arts Network Asia" seinen organisatorischen Ausdruck.

Keng Sens Produktionen fanden international Anerkennung und wurden von renommierten Kulturinstitutionen in Asien, Australien, Europa and den USA gezeigt. Gleichzeitig ist sein Beitrag zur Entwicklung des singapurischen Theaters unbestritten. Seit 1990 betreibt er das "Writers´ Laboratory", ein Programm für junge talentierte Stückeschreiber, das zeitgenössische Theaterproduktionen aus Singapur fördert. Seine Absicht, das moderne Asien auf die Bühne zu bringen, spiegelt sich auch in dem gefeierten Stück "King Lear", das 1997 in Tokio uraufgeführt wurde.

Keng Sen ist bekannt für seine aufwändigen und riskanten Performance-Konzepte. Mit "Destinies of Flowers in the Mirror" entwarf er in enger Zusammenarbeit mit Performancekünstlern und Artisten eine epische, ortsspezifische und interdisziplinäre Produktion, bei der sich 300 Zuschauer, mit Schirm und Regenkleidung versorgt, in einer gigantischen Wasserfontäne wiederfanden.

Darüber hinaus hat er ein Genre begründet, das er "Doku-Performance" nennt. Darin untersucht er die zeitgenössische asiatische Identität durch eine Konfrontation des Selbst mit dem Anderen. So ist "Broken Birds" ein Stück über japanische Prostituierte in Singapur an der Jahrhundertwende. In "Workhorse Afloat" thematisiert er die Ausbeutung indischer Bauarbeiter durch die singapurische Mittelklasse.

In Berlin zeigte er 2002 im Rahmen des Performance-Festivals INTRANSIT die Doku-Performance "Beyond the Killing Fields". Sie basiert auf der wahren Geschichte von Em Theay, einer Meistertänzerin des königlich-klassischen Tempel-Tanzes in Kambodscha. 90 Prozent der königlichen Tänzer, Musiker, Schauspieler, Dichter und Künstler wurden während Pol Pots fanatischem Versuch, das Land von allen kapitalistischen und "unreinen Elementen" zu säubern, ermordet. Em Theay hat das mörderische Regime der Roten Khmer überlebt und gibt für "Beyond the Killing Fields" ihr tänzerisches Können und historisches Wissen als Zeitzeugin an das Nationale Tanzensemble weiter. Die Doku-Performance setzt sich aus Live-Interviews und filmischer Recherche an kambodschanischen Originalschauplätzen zusammen.

Ong Keng Sen ist der erste Co-Kurator des alljährlich in Berlin stattfindenden und vom Haus der Kulturen der Welt veranstalteten Festivals IN TRANSIT und wird diese Arbeit auch fortsetzen. Damit ist er der erste außereuropäische, nicht in Europa wohnende Künstler, der ein großes Performance-Festival in Europa kuratiert.

Author: House of World Cultures

Bio

Keng Sen wurde als Kind chinesischer Eltern in Singapur geboren. Ursprünglich als Rechtsanwalt ausgebildet, studierte er an der New York University School of Arts und rief ein Theaterstudien-Programm an der National University of Singapore mit ins Leben. 1985 gründete er die Theatergruppe "Theatre Works", als dessen künstlerischer Leiter er bis heute tätig ist. Seit 2002 co-kuratiert er das Performance-Festival INTRANSIT des Hauses der Kulturen der Welt.
Als talentierter Redner hält Keng Sen in verschiedenen Weltstädten wie London, Paris, Berlin, Sidney und Hongkong Vorträge über "Performance in Asien". Er ist Mitglied des Asian-Europe Network, das den Austausch zwischen Asien und Europa fördert. Keng Sen ist Fulbright Scholar und Inhaber verschiedener Fellowships, wie des Japan Foundation Fellowship und des British Council Fellowship. Außerdem ist er Mitglied im New Yorker Asian Cultural Council.

Works

Beyond the Killing Fields

Production / Performance,
2001
Yale University, 2001

Silver River

Production / Performance,
2000
Spoleto Festival

King Lear

Production / Performance,
1997
Tokio

Destinies of Flowers in the Mirror

Exhibition / Installation,
1996
Singapur

Descendants of the Eunuch Admiral

Production / Performance,
1996

Trojan Women

Production / Performance,
1991
Singapur

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

Räume und Schatten

Zeitgenössische Kunst aus Südostasien

(30 September 05 - 20 November 05)

IN TRANSIT 2003

Customs – Nothing to declare

(30 May 03 - 14 June 03)

IN TRANSIT 2002

Transforming the arts

(30 May 02 - 14 June 02)
images
Aus: DocuPerformance "Killing Fields"
video

DocuPerformance bei IN TRANSIT 2003

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