Wasis Diop

Article Bio Works Video
crossroads:
Gender, Mythos, Tradition
genre(subgenre):
Musik (Afro-Pop)
region:
Africa, Western, Europe, Western
country/territory:
Senegal, France
city:
Dakar, Paris
created on:
May 15, 2003
last changed on:
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Wasis Diop
Wasis Diop

Article

Der Afropop-Pionier

Der Sänger und Songwriter Wasis Diop aus dem Senegal hat schon früh seinen eigenen Weg zwischen afrikanischer Tradition und westlicher Musikwelt gesucht, und ist dafür ausgiebig zwischen den Kontinenten gependelt. In den neunziger Jahren konnte er sich - vor allem mit Filmmusiken und anderen Kompositionen - in Frankreich als maßgeblicher Weltmusik-Künstler etablieren.
Wasis Diop musikalischer Werdegang begann schon früh. Bereits im Alter von 14 Jahren erlernte er das Spiel der Gitarre und begann, sich in Richtung einer Musikerlaufbahn zu orientieren - in Westafrika damals noch keine Selbstverständlichkeit für jemanden, der nicht in die Kaste der Griots hinein geboren wurde.
Anfang der siebziger Jahre siedelte Wasis Diop nach Frankreich über, wo er mit Umban Ukset, einem Musiker aus Guinea-Bissau, die Gruppe "West African Cosmos" gründete. Lange bevor der Terminus "Weltmusik" geprägt wurde, verband die Gruppe den Afro-Jazz ihrer Region mit westlichen Produktionsstandards, tourte durch die Welt und brachte es zu Veröffentlichungen auf dem US-Label CBS.

1979 verließ Wasis Diop die Gruppe, um sich fortan einer Solo-Laufbahn zu widmen. In den folgenden Jahren arbeitete er unter anderem mit dem japanischen Avantgarde-Musiker Yasuaki Shimuzu zusammen und reiste für mehrere Monate nach Jamaika, wo er Anschluss an die Reggae-Szene suchte und ein entsprechendes Album aufnahm. 1980 kehrt er jedoch wieder nach Frankreich zurück.

1981 arbeitete Wasis Diop zusammen mit der afrikanischen Sängerin Marie-France Anglade, das gemeinsame Album wurde "MFA Kera" getauft. In den folgenden Jahren reiste er häufig nach London, wo er den Produzenten der Sängerin Sade kennen lernte und eine Single bei dem Major-Label WEA veröffentlichte. Ein Filmprojekt, an dem er gleichzeitig arbeitete, wurde nie realisiert.

Ende der achtziger Jahre spielte Wasis Diop ernsthaft mit dem Gedanken, sich ganz von der Musik zurück zu ziehen, bis er dank seiner Beziehungen zu dem französischen Produzenten Martin Meissonnier bei dem Label Dreyfus im Mai 1989 eine Single veröffentlichte konnte. Anschließend reiste Diop wieder nach Japan, um mit seinem Freund und Kollegen Shimuzu ein weiteres Album aufzunehmen, das ihm im Fernen Osten einen unerwarteten Achtungserfolg einbrachte. Den größten Ruhm erntete Wasis Diop jedoch für das Stück "C`est le dernier qui a parlé", das er für das Album der tunesischen Sängerin Amina Annabi komponierte. Die Interpretin vertrat Frankreich beim Grand Prix d’Eurovision und belegte mit ihrem Stück den zweiten Platz.

Mit diesem Erfolg im Rücken produzierte Wasis Diop 1992 ein Album, das auch ihn selbst wieder zurück ins Rampenlicht brachte: Ursprünglich als Musik zu dem Film "Hyénes", bei dem sein Bruder Djibril Diop Mambety Regie führte, gedacht, geriet die Platte mit ihrem westafrikanischen Gesang und den Melodien der Kora sowie ihren spanischen bis keltischen Einflüssen zu einem originären Weltmusik-Album, das Diops Ruf in der Szene neu begründete.

Als Nachfolger erschien 1995 das Album "No sant", an dem neben alten Freunden wie Yasuaki Shimuzu auch der kongolesische Sänger Lokua Kanza sowie die ghanaische Sängerin Lena Fiagbe beteiligt waren. "No Sant" geriet Wasis Diop zum bislang größten Erfolg seiner Karriere. In der Folgezeit spielte er in den großen Konzertsälen Frankreichs und sein Name verbreitete sich auch in Westafrika, wo er vereinzelte Konzerte gab.

"Toxu", sein drittes Album, ließ Wasis Diop von dem legendären Produzenten Wally Badarou aus Benin produzieren. Darüber hinaus bietet die Platte ein illustres Staraufgebot - von Amadou und Mariam, dem berühmten blinden Sängerpaar aus Mali, bis hin zu David Byrne, der Wasis Diop bei dessen Coverversion des Talking Heads-Klassikers "Once in a lifetime" zur Seite stand.


Veranstaltungen im HKW:
Donnerstag, 17. Februar 2000
Urban Sounds
Wasis Diop, Senegal/Paris
Veranstalter: Haus der Kulturen der Welt

Author: Daniel Dax

Bio

Wasis Diop wurde 1950 in Dakar, der Hauptstadt des Senegal geboren, wo er auch seine ersten Schritte als Musiker unternahm. Sein Vater war ein hoher Würdenträger und gehörte zur Volksgruppe der Lebou, so der Name der ursprünglichen Bewohner von Dakar.
Nachdem er Anfang der siebziger Jahre nach Frankreich umgezogen war, gründete er dort die Gruppe "West African Cosmos", die sich einer Mischung aus Jazz und afrikanischen Rhythmen verschrieben hatte.

Ab 1979 schlug Wasis Diop eine Laufbahn als Solo-Künstler ein. Er nahm Alben in Japan und Jamaika auf, produzierte ein weiteres Album mit der Sängerin Marie-Francoise Anglade und eine Single in London. Trotzdem spielte er Ende der achtziger Jahre ernsthaft mit dem Gedanken, sich aus der Musikwelt zurück zu ziehen.

Erst in den neunziger Jahren begann sein Stern wieder zu steigen. Mit dem Stück "C`est le dernier qui a parlé", das er für die tunesische Sängerin Amina Annabi, Frankreichs Vertreterin beim Grand Prix, komponierte, machte er sich einen Namen als Autor. Ein weiterer Erfolg gelang ihm 1992 mit seinem Album "Hyènes", der Musik zum gleichnamigen Film seines Bruders. Mit seinen folgenden Alben "No Sant" und "Toxu" konnte sich Wasis Diop als Fixstern am französischen Pop-Firmament etablieren.

Works

Judu Bek

Published Audio,
2008
Wrasse

Everything Is Never Quite Enough

Published Audio,
2003
Triloka Records

Hyènes

Published Audio,
2003

Toxu

Published Audio,
1998

No Sant

Published Audio,
1995
video

Konzertausschnitt

aus: "Retrospektive des Fespaco Festival 1999"
Haus der Kulturen der Welt, 17.02.2000
© Manuel Forster
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