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„Ich mag es oder auch nicht“
Seine Karriere begann ziemlich unspektakulär. Er besuchte die Bloom School of Jazz in Chicago und brachte seine erste CD 1994 beim schottischen Label Hep heraus. Da er sich von seinem Quartett eingeschränkt fühlte, schiffte er sich mit dem Chicago Underground Orchestra auf eine Reise ins Ungewisse ein. Diese Band wiederum brachte eine Reihe ähnlicher Unternehmungen hervor, einschließlich eines Chicago Underground Duos, eines CT Trios und eines CT Quartetts. Er wagte sich auch in den Alternative Rock vor und steuerte mit seinem Kornett zum Album „TNT” von Tortoise und dem Album „Cobra” von Stereolab bei. 1997 dann kam seine Isotope 217 Band, ein Sextett, das sich auf „blühenden Jazz, muskulären Funk, Hip-Hop Reduktionen und minimalistische Elektronikmusik“ spezialisiert hatte.
Mazurek ist außerdem bildender Künstler und hat während der letzten 13 Jahre seine Fertigkeiten in Installationen einfließen lassen. Er sucht nach einer Synästhesie, versucht „Frequenzen zu lokalisieren, die der Farbe am nächsten kommen.“ So schrieb er – weiter vordringend in das Reich des Unbekannten – ein Stück für Klarinette, Tuba, Cello, Percussion, Kontrabass, Kornett und Computer, genannt „Electric Eels“ („Zitteraale”, 2004). Vielleicht enttäuschenderweise tauchten in dem Stück keine Zitteraale auf oder wurden gefeatured, aber er erfand die „Electric Eel Light Box“, bei der „die Lichtquelle von der Klangfrequenz kontrolliert wird“. Der Klang ist der von Zitteraalen, natürlich GEMA-registrierten.
Von seiner neuen Heimat Brasilien hält er eine internationalistische Perspektive aufrecht, tourt und nimmt mit São Paulo Underground und dem 2005 gegründeten Exploding Star Orchestra auf. Neben seinen musikalischen Aktivitäten hat er an der Heaven Gallery in Chicago, der Naked Duck Gallery in New York und am Gantner Multi-Media Center in Frankreich ausgestellt. 2005 erhielt er eine Künstlerresidenz an der Abbaye Royale de Fontevraud in Frankreich.
Als so etwas wie ein Amateur-Gourmet genießt Mazurek die feinste Cuisine während seiner Reisen um die Welt – Ovali-Pilze in Italien, kroatischen Flussfisch und in Deutschland Wurst. Im Interview ist er ebenso glitschig wie seine geliebten Aale. Fragt man ihn nach der europäischen Musikszene elektronischer Musik, antwortet er ganz in ikonoklastischer Manier: „Ich mag sie oder nicht.“ Wie in seiner Kunst erkennt er auch hier diverse Möglichkeiten an.
Bio
Works
Sound Is
Sweet & Vicious Like Frankenstein
Silver Spines
Ausstellungen/Installationen (Auswahl)
Merits
Künstlerresidenz La Grande Fabrique, Dieppe, Frankreich
2006
Creative Connections Stipendium
2004/5
Künstlerresidenz Abbaye Royale de Fontevraud (Le Centre Culturel de L´Ouest), Frankreich
1994
Stipendium des Scottish Arts Council






