Rob Mazurek

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March 26, 2009
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„Ich mag es oder auch nicht“

„Was machen Sie?“ ist eine relativ einfache Frage, doch nicht, wenn man sie dem Künstler Rob Mazurek stellt. Mal sehen – er ist ein Abstraktionskünstler der Bildenden und der Klangkunst, er ist ein Multimedia-Künstler und spielt das Kornett. Er sammelt Klänge aus verschiedenen Quellen einschließlich Zitteraalen. In seiner Liste prägender Einflüsse nennt Mazurek die „Musique concrète“, Miles Davis, Morton Feldman und Mark Rothko. Lassen Sie uns versuchen, dem Rätsel Rob Mazurek auf den Grund zu gehen.
Der 1965 in New Jersey, USA, geborene Mazurek arbeitet am undefinierbaren Rand interdisziplinärer Aktivität. Er kreiert und manipuliert Musik und Bilder. Seine Einflüsse sind eklektisch. So beschreibt er, dass er als 13-Jähriger „stundenlang“ Miles Davis gehört hat, schließt Pierre Henrys „Musique concrète“ in seiner Liste prägender Musik ein und erzählt von der Ermutigung, die er als junger Kornett-Spieler von Wynton Marsalis erfahren hat, der ihm vorschlug, ein Exemplar von Ornette Colemans „The Shape of Jazz To Come“ zu ergattern.

Seine Karriere begann ziemlich unspektakulär. Er besuchte die Bloom School of Jazz in Chicago und brachte seine erste CD 1994 beim schottischen Label Hep heraus. Da er sich von seinem Quartett eingeschränkt fühlte, schiffte er sich mit dem Chicago Underground Orchestra auf eine Reise ins Ungewisse ein. Diese Band wiederum brachte eine Reihe ähnlicher Unternehmungen hervor, einschließlich eines Chicago Underground Duos, eines CT Trios und eines CT Quartetts. Er wagte sich auch in den Alternative Rock vor und steuerte mit seinem Kornett zum Album „TNT” von Tortoise und dem Album „Cobra” von Stereolab bei. 1997 dann kam seine Isotope 217 Band, ein Sextett, das sich auf „blühenden Jazz, muskulären Funk, Hip-Hop Reduktionen und minimalistische Elektronikmusik“ spezialisiert hatte.

Mazurek ist außerdem bildender Künstler und hat während der letzten 13 Jahre seine Fertigkeiten in Installationen einfließen lassen. Er sucht nach einer Synästhesie, versucht „Frequenzen zu lokalisieren, die der Farbe am nächsten kommen.“ So schrieb er – weiter vordringend in das Reich des Unbekannten – ein Stück für Klarinette, Tuba, Cello, Percussion, Kontrabass, Kornett und Computer, genannt „Electric Eels“ („Zitteraale”, 2004). Vielleicht enttäuschenderweise tauchten in dem Stück keine Zitteraale auf oder wurden gefeatured, aber er erfand die „Electric Eel Light Box“, bei der „die Lichtquelle von der Klangfrequenz kontrolliert wird“. Der Klang ist der von Zitteraalen, natürlich GEMA-registrierten.

Von seiner neuen Heimat Brasilien hält er eine internationalistische Perspektive aufrecht, tourt und nimmt mit São Paulo Underground und dem 2005 gegründeten Exploding Star Orchestra auf. Neben seinen musikalischen Aktivitäten hat er an der Heaven Gallery in Chicago, der Naked Duck Gallery in New York und am Gantner Multi-Media Center in Frankreich ausgestellt. 2005 erhielt er eine Künstlerresidenz an der Abbaye Royale de Fontevraud in Frankreich.

Als so etwas wie ein Amateur-Gourmet genießt Mazurek die feinste Cuisine während seiner Reisen um die Welt – Ovali-Pilze in Italien, kroatischen Flussfisch und in Deutschland Wurst. Im Interview ist er ebenso glitschig wie seine geliebten Aale. Fragt man ihn nach der europäischen Musikszene elektronischer Musik, antwortet er ganz in ikonoklastischer Manier: „Ich mag sie oder nicht.“ Wie in seiner Kunst erkennt er auch hier diverse Möglichkeiten an.
Author: Martin Gordon

Bio

Geboren 1965 in Jersey City, USA

Works

Sound Is

Published Audio,
2009
Delmark

Sweet & Vicious Like Frankenstein

Published Audio,
2004
Mego

Silver Spines

Published Audio,
2002
Delmark

Ausstellungen/Installationen (Auswahl)

Exhibition / Installation
2007 Consortium, Dijon, Frankreich 2006 Gantner Center, Bourogne, Frankreich DANK Museum: Rough Space Gallery, Chicago, USA Alternate Currents: Empty Bottle, Chicago, USA 2005 Abbaye Royale de Fontevraud, Fontevraud, Frankreich Troll Protocol (Helsinki, Barcelona, Toronto) 2004 Heaven Gallery, Chicago, USA Naked Duck Gallery, New York, USA Open-End Gallery, Chicago, USA Troll Protocol (Paris, Rom, Kopenhagen, Brüssel) 2003 Sub/Sas exhibition, Sizilien/Italien 2002 Carrie Secrist Gallery, Chicago, USA

Merits

2008
Künstlerresidenz La Grande Fabrique, Dieppe, Frankreich

2006
Creative Connections Stipendium

2004/5
Künstlerresidenz Abbaye Royale de Fontevraud (Le Centre Culturel de L´Ouest), Frankreich

1994
Stipendium des Scottish Arts Council

Projects

This artist took part in the following project(s) organized/funded by the culturebase.net partner institutions.

Lebenslinien No1: Hugh Masekela

(15 May 09 - 17 May 09)

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