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Eine durchgemachte Party in 90 Minuten
Nach der Auflösung von Mestre Ambrosio ging Siba 2002 nach Pernambuco zurück, um die Fuloresta-Band zu formieren. Indem er die lokale Tradition der ganze Nächte dauernden Straßenparties/-performances übernahm und in kondensierter Version an europäische Festivals anpasste, begann die Band 2004 in Europa mit großem Erfolg zu spielen. In einer Bemerkung zu seiner „Verdichtung“ der Tradition bemerkt Siba, dass „wir unsere Vergangenheit oder Tradition niemals als Käfig wahrnehmen. Ganz im Gegenteil, unsere Tradition bietet uns ein gewaltiges Vokabular und wir tun unser Bestes, jedes bisschen davon jeden Tag und besonders die ganze Nacht lang zu nutzen. Es ist unmöglich, die Weise wiederzugeben, auf die wir die gesamte Community die ganze Nacht in Poesie und gemeinsames Tanzen mit einbeziehen, obwohl die Stunde oder die 90 Minuten, die uns ein Festival bieten, eine sehr gute Gelegenheit geben, einen flüchtigen Eindruck unserer eigentlichen musikalischen Wirkung zu erhaschen.“
Siba (Rabeka, elektrische Gitarre, akustische Folk-Gitarre und Gesang) schloss ein Musikstudium an der Föderalen Universität von Pernambuco ab. Seine Untersuchungen zum „Rabeka in der Zona da Mata Norte von Pernambuco“ wurden 1994 vom Brasilianischen Kongress der wissenschaftlichen Neuerungen ausgezeichnet. Siba spielte „Todos Estуo Surdos" (Jeder ist taub) von Chico Science & Naчуo Zumbi auf der CD „Rei“ und gemeinsam mit Chico Science und Fred 04 komponierte er den Soundtrack zum Spielfilm „O Baile Perfumado“ (Der parfümierte Ball). Er ist auch auf dem Soundtrack des außergewöhnlichen Academy Award nominierten und mit einem Golden Globe ausgezeichneten Films „Central Station“ von 1998 zu hören.
Als zeitgenössische Meister der Maracatu-Tradition beziehen sich Siba e Fuloresta auf eine prä-koloniale Ära, eine „Zeit vor dem Samba“. Wie auch immer, ihre Lesart der Tradition eignet sich für eine freudige Erkundung afrikanischer Rhythmen und post-kolonialer europäischer Empfindsamkeit.




