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Seine ersten Bücher schrieb Confiant auf kreolisch, in der Sprache der Plantagen-arbeiter, die praktisch nur mündlich überliefert war. "Auf kreolisch zu schreiben", so erinnert sich der Autor, "war, als dringe man in einen unberührten Wald vor. Ich hatte damals noch nie ein Buch auf kreolisch gelesen oder gar gesehen! Ich mußte auf die Jagd nach Worten gehen und mir eine Rechtschreibung für sie ausdenken. Das war aufregend, aber entmutigend, denn kein Verlag wäre jemals so verrückt gewesen, sein Geld für die Publikation von Büchern auszugeben, die keiner lesen konnte. Wir waren gezwungen, unsere Bücher auf eigene Kosten herauszubringen."
Der erfinderische Umgang mit Sprache, den Confiant sich damals zu eigen machte, prägt auch seinen französischen Stil. 1988 schrieb er mit "Eau de Café" (Insel über dem Wind) seinen ersten Roman auf französisch. Die Zusage eines Pariser Verlegers beflügelte ihn so sehr, daß er innerhalb von vier Monaten einen weiteren Roman, "Le Nègre et l´Amiral", schrieb, der noch vorher publiziert wurde. "Beim Wechsel vom Kreolischen zum Französischen kam ich mir vor als wäre ich von einer Ente in einen BMW umgestiegen", erklärt Confiant seinen Schaffensschub. Dieser ging soweit, daß der Autor sich dran machte, auch einen seiner kreolischen Romane, "Marisosé" (1987), selbst ins Französische zu übersetzen. Damit öffnete er das Werk für weitere Übertragungen. "Mamzell Libellule", so der französische Titel von 1994, erschien 1998 auch auf Deutsch (Das Schmetterlingskostüm).
Raphaël Confiant ist mehrfach für sein Werk ausgezeichnet worden. Für seine Kindheitserinnerungen, "Ravines du devant-jour" (Das Flüstern der Zamana), die er "allen kleinen "Chabins der Erde" widmete, erhielt er 1993 den Prix Casa de las Americas und den Prix Jet Tours. Als Romancier hat er verschiedene Genres adaptiert den Kriminalroman ebenso wie den historischen Roman. Zur letzteren Kategorie tendiert auch sein neuestes Buch, "Brin d´amour" von 2001. Die Handlung ist vor etwa 40 Jahren angesiedelt, in der Zeit, als es noch die großen Zuckerrohrplantagen gab, die später dem Tourismus weichen mußten.
Confiants Rückblick ist nostalgisch, er versetzt ihn in die Zeit seiner Kindheit zurück. Er ist aber auch kritisch, denn die Hauptfigur Lysiane flüchtet sich aus der engstirnigen Gesellschaft, die sie umgibt, indem sie schweigt und liest — und schreibt.


