Dorothy Masuka

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May 17, 2003
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Dorothy Masuka – Südafrikas Grand Lady

In Südafrika und Simbabwe gleichermaßen zu Hause ist Dorothy Masuka, geboren 1935 im damals südrhodesischen Bulawayo, nicht nur eine der wichtigsten Sängerinnen der Generation Miriam Makebas, sondern auch seit Jahrzehnten eine talentierte Songschreiberin, aus deren Feder u.a. der Makeba-Hit „Pata Pata" stammt. Heute lebt Masuka in Yeoville/Johannesburg.
Neben Dolly Rathebe und Miriam Makeba ist Dorothy Masuka die dritte große Sängerin, die in den späten vierziger und fünfziger Jahren in Südafrikas schwarzer Musikszene auftauchte, einer Ära, die heute als goldenes Zeitalter des Township-Jazz gilt. Zur Welt kam sie im heutigen Simbabwe, ihre Eltern stammten aus Südafrika bzw. Nordrhodesien (heute Sambia). Mit zehn Jahren kam sie an eine katholische Missions-Schule in Johannesburg. Schon bald leitete sie den dortigen Schul-Chor. In einem kleinen chinesischen Laden neben dem Internat stand eine Jukebox, durch die sie nordamerikanische Swing-Musik und Sängerinnen wie Ella Fitzgerald oder Sarah Vaughan entdeckte.

Ihrerseits entdeckt wurde Dorothy Masuka als 16-jährige von der Plattenfirma Troubadour, und schon kurze Zeit später ging sie mit der berühmten Band African Inkspots auf eine Tournee durch ganz Südafrika und begann, eigene Lieder zu schreiben, darunter Hits wie „Pata Pata“. Nicht nur Konzertveranstalter rissen sich um sie, auch Fotografen. Unzählige Male wurde sie für das legendäre Magazin Drum abgelichtet.

1957 geriet Masuka wegen eines Songs über den Apartheid-Minister Malan erstmals in Konflikt mit dem Regime, die Platte musste vom Markt genommen werden. Nachdem die Zensur 1961 ihr Lied „Lumumba“ über den gerade ermordeten kongolesischen Politiker verbot und sämtliche Platten einschließlich der Mastertapes beschlagnahmte, ging Dorothy Masuka zurück nach Bulawayo. In Südafrika war sie zur Persona non grata erklärt worden, was erst nach einunddreißig Jahren aufgehoben werden sollte. Vier Jahre später überwarf sie sich auch mit den südrhodesischen Behörden – nur durch die Flucht in das mittlerweile unabhängige Sambia konnte sie einer Verhaftung entgehen. Dort, sowie in Malawi, Uganda und Tansania verbrachte sie die folgenden sechzehn Jahre im Exil, wodurch sie ihren Mann und zwei Söhne verlor, die dem militanten Flügel des ANC angehörten. Erst nach der Unabhängigkeitserklärung Simbabwes konnte Musuka in das heimische Bulawayo zurückkehren, wo sie ihre zeitweilig unterbrochene musikalische Karriere fortsetzte. Elf Jahre später, 1992, durfte sie wieder nach Südafrika einreisen, wo sie heute lebt und arbeitet. Denn, wie sie es ausdrückt: „Um am Leben zu bleiben, muss ich singen.“

Nahezu alle erfolgreichen Sängerinnen Südafrikas von Miriam Makeba bis Letta Mbulu sind Dorothy Masukas Kunst zutiefst verpflichtet, haben von ihr gelernt, mit ihr gearbeitet und wurden von ihr beeinflusst. Hugh Masekela, der viele Dorothy Masuka-Songs in seinem Repertoire hat, sagt über die Sängerin: „Ihr Talent und ihr Mut haben mich immer beeindruckt. Für mich gehört sie zu den besten Künstlerinnen unserer Generation!“




Author: Wolfgang König 

Works

Lendaba

Published Audio,
2003
Gallo

The Definitive Collection

Published Audio,
2002
Wrasse Records

Mzilikazi

Published Audio,
2001
Gallo

Magumede

Published Audio,
1998
CA Records

Hamba Notsokolo

Published Audio,
1995
Gallo

Pata Pata

Published Audio,
1990
Mango