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Handbuch für den urbanen Alltag
Da Weasel ist die Stimme der Twentysomethings in Portugal
In diesem Umfeld entwickelte der charismatische Rapper Pacman gemeinsam mit dem Produzenten Armando Teixeira eine eigene Vision von HipHop. In Almada, einem Vorort von Lissabon, gründeten die beiden 1993 mit der Sängerin und DJane Yen Sung (die mittlerweile eine international bekannte Solokünstlerin ist) und dem Bassisten Jay Jay Neige ihr Projekt Da Weasel als experimentelle Plattform für Beats, Rhymes und Sounds.
Die Nähe zu den US-Rappern verleugnete die Debüt-EP der Band keineswegs: Auf dem 1994 erschienenen More than 30 Mohterf*****s wurde auf Englisch gerappt, aber die Energie, Wut und Aussdrucksstärke von Da Weasel waren so ungewöhnlich für den auf harmlose Mainstream-Sounds fixierten portugiesischen Popmarkt, dass die Platte sofort ein mittleres Erdbeben auslöste.
Für ihr erstes offizielles Album, das 1995 erschienene Dou-Ihe com a Alma, konnten Da Weasel zwar auf eine ständig wachsende Fanbasis bauen, doch lag es der Band fern, mit der Platte auf Nummer Sicher zu gehen. Die Funk- und Rockeinflüsse, die der Gitarrist Pedro Quaresma in den Sound einbrachte, lösten die strikte Bindung an die Gesetze des HipHop auf, und – was vielleicht noch wichtiger ist – die Texte wurden komplett auf portugiesisch gerappt, gesungen und getoastet.
Binnen kürzester Zeit zählte Da Weasel nicht nur zu den erfolgreichsten Acts des Landes – mit ihren Songs und Themen aus dem urbanen Alltag der portugiesischen Jugend wurde die Band auch zum Sprachrohr einer ganzen Generation. Einer Generation, die zum ersten Mal das Gefühl hatte, dass Popmusik ganz unmittelbar mit ihrem Leben zusammenhing und sie sich nicht mit ihrem Lebensstil an das anpassen mussten, was MTV aus Übersee importierte. Am deutlichsten wurde dies mit dem Konzeptalbum Iniciação a uma Vida Banal – O Manual, auf dem die Band die täglichen Kämpfe der Twentysomethings in portugiesischen Vorstädten zum künstlerischen Mittelpunkt machte.
Zu diesem Zeitpunkt, gegen Ende der Neunziger, fand Da Weasel auch zu dem Format, das zuletzt das mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnete Album Podes fugir mas não te podes esconder einspielte. Neben dem Drummer Guilherme Silva ergänzte vor allem der jamaikanisch inspirierte Toaster Virgul das Line-Up und den Sound der Band. Soul, Reggae, brasilianische und kubanische Einflüsse fließen in die Songs von Da Weasel ein, und es ist sicher kein Zufall, dass die kubanischen HipHop-Stars Orishas als Gast auf einem Song rappen.




