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Kreativität ermöglichen
Beiers Druckgrafiken aus dieser Zeit, wie die Arbeiten “Maskierter Reiter II” und “Gelede I” (beide 1966), sind kraftvolle Kompositionen weniger Figuren, die vor einem weitgehend abstrakten und roh gemusterten Hintergrund angeordnet sind, mit weißen Linien auf schwarzem Grund gedruckt. Die Grafiken vereinen auf eindrucksvolle und originelle Weise Einflüsse expressionistischer Holzschnitte der zwanziger Jahre mit der traditionellen afrikanischen Bilderwelt der Yoruba, wie sie in Masken, Mustern und Kleidungsstücken zu finden ist.
Beiers Wandmalereien aus der gleichen Zeit bestehen oft aus großformatigen und ausgesprochen bunten Formen und abstrakten Figuren, die gänzlich ohne Bildtiefe auf der Oberfläche erscheinen und manchmal einen freundlichen Zug ins Comichafte aufweisen.
Anfang der siebziger Jahre kehrte Beier nach Nigeria zurück und ließ sich in Ife nieder. Gegen Ende der siebziger Jahre begann sie Workshops in Papua-Neuguinea auszurichten und Wandbilder zu malen, und 1978 zog sie nach Sydney, Australien, wo sie noch heute wohnt.
Beiers Fertigkeiten in der gesamten Spannbreite der Disziplinen ermöglichte es ihr, vielen Künstlern Hilfestellung zu leisten und Ratschläge zu geben. Ihre eigene Arbeit umfasst Malerei und Skulptur, Lithografie und Serigrafien, handbedruckte Stoffe, Möbel und Schmuck sowie Mosaike und Wandmalereien. Zudem verfasste und illustrierte Beier einige Bücher und gründete das Museum für Keramik und Textilien an der Obafemi Awolowo University.
Beiers jüngere Malereien zeugen von ihrer fortlaufenden Erforschung der Möglichkeiten der Farbe, bewahren jedoch zugleich die grafische Sensibilität für Figuren und Linien. So schuf Beier Ende der achtziger Jahre einige Serien von kleinen, vielteiligen Werken, die von den spezifischen Möglichkeiten der Farbdifferenzierung von Ölfarbe auf Hartfaserplatte Gebrauch machten. Ihre jüngsten Bilder, in Emaille auf Hartfaserplatte gemalt, ähneln in ihrer lebhaften Betonung der Flachheit eher den Wandmalereien der sechziger Jahre. Sie zeigen große monochrome Farbfelder, die von abstrakten geometrischen Kompositionen und figurativen Details unterbrochen werden und von einem bildnerischen Vokabular zeugen, das sich vollständig von spezifischen Einflüssen oder Stilen befreit hat.



